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20.11.2002

 

Trinationales Rheinsymposion: Fließform des Rheins europakompatibel machen!

 

Colmar/Elsass.  "Vorfahrt für den Lachs" müsse Chefsache werden sowohl in
Paris und Berlin als auch bei den regionalen Regierungsstellen rings um den
Oberrhein.


Das war eine der Kernforderungen auf einem trinationalen Symposion, das am Wochenende von den im Oberrheinraum über eine gemeinsame Geschäftsstelle in Straßburg zusammenarbeitenden Umweltverbände BUND Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie Alsace Nature und BASNU (Nordwestschweiz) im elsässischen Colmar veranstaltet wurde.

 

Das Anliegen wurde in einem Grußschreiben von Klaus Töpfer, Chef des UN-Umweltprogramms, entschieden unterstützt und war neben anderem Gegenstand einer an die nationalen Regierungen der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands gerichteten Resolution.

Den Veranstaltern der von mehr als 250 Fachleuten aus Behörden und Umweltorganisationen besuchten ganztägigen Fachtagung ging es in erster Linie darum, der Politik am Beispiel des Restrheines zwischen Basel und Breisach zu vermitteln, dass nur über eine innige Verzahnung von Hochwasserschutz und Renaturierung die drängenden Probleme mit der Hauptschlagader des Oberrheinraumes zu lösen seien.

Die heutige Fließform des Rheines sei "nicht mehr europakompatibel", sagte in einem eindrucksvollen Fachreferat der Niederländer Harm Duel von "Delft Hydraulics", der am Beispiel der Grenz-Maas zwischen Holland und Belgien aufzeigte, was in naturverträglichem Hochwasserschutz an Fortschritten bereits geleistet worden ist und aus dem Geist der Solidarität auch auf der gesamten Flussstrecke des Rheines von den einzelnen Rheinregionen und ihren Verwaltungen noch an Anstrengungen zu erbringen wäre.

Was in diesem Sinne leistbar ist, zeigten Fachvorträge zu Revitalisierungsaktivitäten an Isar, Loire und Rhone.

Ganz im Sinne der verabschiedeten Resolution meinte Jean Wencker, Alsace Nature, in einem leidenschaftlichen Appell an die Politik: "Bei der Rheinpolitik muss jetzt endlich eine historische Wende erreicht werden". "Ein  naturnaher Restrhein", so Corinna Wirth, Straßburger Koordinatorin der vier Umweltverbände am Oberrhein, "könnte den Fluss wieder zu einem verbindenden Element auch für die Menschen am Oberrhein machen".


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