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28.01.2008

Die Rheinpfalz berichtete am 19.01.2008 über Grundwasser-Bewirtschaftung im Großraum Hochstadt.

Unsere BUND-Gruppe nimmt das Ansinnen der Rheinpfalz, die Grundwasser-Problematik aus Sicht des BUND zu beleuchten, freudig zur Kenntnis. 

Unser Pressesprecher Ulrich Mohr nutzte die Gelegenheit um die Unsitte des massenhaften, unkontrollierten Wasserabzapfens durch einige Grossbauern der Öffentlichkeit in Bewusstsein bringen zu können. Zur Sprache kam auch die Enttäuschung über die Absicht der SGD, erst mal ein Grundwasserkonzept erstellen zu lassen.

Das Dilemma (gravierende Vollzugsdefizite, unzulängliche Kontrollen der Grundwasserentnahme bei landwirtschaftlichen Tiefbrunnen) müsste den Verantwortlichen eigentlich hinreichend bekannt sein. Alleine die Behörde schafft immer noch keine zufrieden stellende Abhilfe. Gerade während trockener Sommer macht sich die viel zu hohe Grundwasserentnahme stark bemerkbar. Bäche führen Niedrigwasser oder versiegen. Langzeitschäden für die Umwelt sind die unweigerliche Folge.
Unser Anliegen wurde Kommunalpolitikern, Landtagsabgeordneten, einem Landtagsausschuss sowie Vertretern des zuständigen Ministeriums vorgetragen. So richtig geändert hat sich bis dato nichts.

Die BUND Kreisgruppe könnte angesichts dieser Erfahrung glatt zu der Überzeugung kommen, dass die Hochstadter Flur ein rechtsfreier Raum ist, aus dem der Staat sich stillschweigend zurückgezogen hat.

Apropos stillschweigend:
Es ist nach wie vor davon auszugehen, dass einige Landwirte bis zu 100.000 Kubikmeter Grundwasser pro Jahr kostenfrei abpumpen. Jeder kann sich beim Anblick seiner Wasserrechnung ausrechnen, welches Sümmchen da zusammenkommt, das der öffentlichen Hand (und damit uns allen) verloren geht.
Es ist in diesen Zeiten des schlanken Staates immer das Gleiche: Der Staat spart (z. B. durch Personalabbau), die Gewinne werden von einigen wenigen
"privatisiert". Für die Folgen kommt die Allgemeinheit auf.

Immerhin gibt es eine Zusicherung der SGD, dass endlich Wasserzähler eingebaut und abgelesen würden. Doch Lokaltermine mit ortskundigen Landwirten zeigen, dass die Überprüfbarkeit des korrekten Umgangs mit der Wasserentnahme wohl auf Wunschdenken beruht. Die Hochstädter Kommune bot sogar selbst schon an, Abhilfe zu schaffen (Stichwort Amtshilfe). Das hingegen wurde von der SGD abgelehnt.
Wir stellen uns die Frage, was man davon halten soll.

Ernsthaft im Gespräch war ebenso eine Selbstkontrolle der Landwirte, die den Einbau der Wasseruhren nicht zugelassen hätten. Dies ist leider kein Faschingsscherz und eher nach einem Offenbarungseid der Behörden aus. Man stelle sich vor: Kontrolleur und zu Kontrollieren ein und dieselbe Person. Das wäre dann ungefähr so, als dürfte man den TÜV an seinem Fahrzeug selbst vornehmen. Oder man stellt sich seine Strafzettel fürs Falschparken selbst aus (oder vermutlich nicht).

Die SGD sieht eine Lösung dieser ganzen Problematik in der Entwicklung eines Bewirtschaftungs- bzw. Beregnungskonzepts für das gesamte Gebiet der Südpfalz. Ein Ingenieurbüro sei damit schon vor etwa einem Jahr beauftragt worden. Es könne noch kein Ergebnis vorgelegt werden, da die Bestandserhebung aufwendiger sei als zuvor angenommen, heißt es sinngemäß in einem Brief der Behörde.

Es wird also diesen Sommer weiter abgezapft werden, wohl bekomm's!

Quelle:
DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Rheinschiene, Ausgabe: Nr.16 vom 19.01.2008


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