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25.05.2000

"Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten"

ALSACE NATURE und BUND fordern Verkehrswende in der nördlichen Oberrheinregion. "Die nördliche Oberrheinregion wird im Straßenverkehr ersticken!". Mit dieser Warnung versuchten im grenznahen Neulauterburg Vertreter der elsässischen Umweltorganisation ALSACE NATURE sowie südpfälzische und badische BUND-Vertreter gemeinsam, die Öffentlichkeit zu alarmieren.

Die von den Umweltschützern vorgenommene weiträumige Betrachtung der Verkehrssituation am Oberrhein stützt sich vor allem auf drei große Planungsschwerpunkte:

Schon für sich allein genommen würde jede dieser Maßnamen die Lebensqualität der Menschen beiderseits der deutsch - französischen Grenze massiv verschlechtern. Es darf nicht verdrängt werden, dass ein sogenannter Lückenschluss im Bienwald eine Nord-Süd- Transit- Achse eröffnen würde, die vor allem dem europäischen Schwerlastverkehr zugute kommen würde", so der rheinland-pfälzische BUND- Landesvorsitzende Ulrich Mohr. Bereits heute hat der Schwerlastverkehr nach französischen Angaben einen Anteil von 17 - 18% an dieser Verkehrsflut.

Gemäß vorliegenden Prognosen würden im Jahr 2015 täglich 18.0000 bis 21.000 Kfz von Deutschland nach Frankreich bzw. in umgekehrte Richtung drängen. Die Umweltschützer sind sich sicher, dass diese Verkehrszahlen noch weit überschritten würden, denn Fernfahrer dürften künftig vermehrt die Neigung verspüren, statt der rechtsrheinischen künftig die pfälzisch-elsässische Transitstrecke zu befahren. Kaum vorstellbar, welche Verkehrsmengen dann über die A65 auf deutscher und die A35 auf französischer Seite rollen würden.

So befürchtet Michel Dubromel, Verkehrsreferent von ALSACE NATURE, dass der durch die Bienwald-Autobahn zusätzlich induzierte Verkehr immer weiteren Straßenbau hervorrufen würde. Die Folge wären einschneidende Eingriffe in die Landschaft des Elsass durch neue Projekte:
"Der Bau einer Westspange als großräumige Umgehung von Straßburg würde dadurch immer wahrscheinlicher. Darüber hinaus würde je nach Stausituation das Bedürfnis wachsen, in einer Art "Leitersystem" zwischen linksrheinischer und rechtsrheinischer Fernroute zu wechseln. Dies verstärkt wiederum den Druck zu immer neuen Querverbindungen über den Rhein."

Ähnliche Verkehrswachstumskonsequenzen sieht auch Armin Gabler vom BUND-Regionalverband Mittlerer Oberrhein für den Raum Karlsruhe: "Trotz eines gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehrs und guter Anbindungen an die Fernstrecken der Bahn wächst die Autodichte auf den Straßen rund um Karlsruhe kontinuierlich an."

Eine Realisierung der A 65 zwischen Wörth und Lauterburg würde die Leistungsfähigkeit des Wörther Kreuzes bei weitem übersteigen: Hochaktuell würde dadurch eine nördlich von Karlsruhe und Wörth verlaufende Querspange über den Rhein. In dieser Querspange würden die Forderungen nach einer Nordtangente Karlsruhe und Überlegungen zum Bau einer zweiten Rheinbrücke zu einem weit ausgreifenden Straßenbauprojekt verschmelzen und sich zu einem unabschätzbaren Umweltdesaster auswachsen.

Insbesondere würde dadurch wieder die Zerstörung wertvoller Auenlebensräume auf die Tagesordnung gesetzt.
All diese Bestrebungen zu mehr Straßenbau am Oberrhein vertragen sich nicht mit Verbesserungen des Bahnangebotes beiderseits der Grenze, die schon lange in Planung sind und nach Meinung der Umweltschützer unbedingt in Angriff genommen werden müssten. Hierzu gehören im Einzelnen:

Unter diesem Gesichtspunkt weisen die geplanten Straßenbauprojekte in eine völlig falsche Richtung.


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Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz

Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,

E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de

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