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01.10.2001
Verkehrsalbtraum am Mittleren Oberrhein
Den Leuten reicht´s: Südpfälzer, Badener und Elsässer erstellen GesamtszenarioWörth/Rhein. Etwa vier geplante "Lückenschlüsse" im Straßenbau werden der Region Oberrhein, insbesondere dem Raum Wörth, einen albtraumartigen Quantensprung in der Verkehrsbelastung bescheren. Nicht die versprochenen Entlastungen würden eintreten, vielmehr würden enorme neue Verkehrsströme ins Land geschleust werden.
Dies ist das Fazit eines vom BUND-Südpfalz
initiierten Wörther Treffens zwischen zahlreichen Naturschutzverbänden,
Bürgerinitiativen, Bürgervereinen und Interessengemeinschaften aus den Räumen
Karlsruhe, Elsass und Südpfalz.
Bemerkenswert an der Versammlung waren die Entschiedenheit und Entschlossenheit sowie der
hohe Sachverstand der zahlreich Anwesenden.
Aus der bei diesem Gespräch erstellten - von der Politik nicht geleisteten - Gesamtschau ergab sich folgendes Angst einflößende Szenario:
Ein vierspuriger Ausbau der B 10, eine zweite Rheinbrücke mit Nordtangente Karlsruhe und eine Westumgehung Straßburg in Verbindung mit der Bienwaldautobahn werden unvorstellbare Fahrzeugmassen zusammenströmen lassen, die in den betroffenen Räumen für Mensch und Natur unzumutbare Zustände erzeugen werden.
Eine zweite Rheinbrücke würde die vorhandene
Rheinbrücke mit ihren heute bereits 100.000 Kfz pro Tag lediglich um ca. 10.000 Fahrzeuge
entlasten.
Dafür aber strömten über die neu entstehende Querspange aus zweiter Rheinbrücke und
Nordtangente von der A 5 in Baden-Württemberg zur A 65 in Rheinland-Pfalz etwa 40.000
zusätzliche Fahrzeuge in die Südpfalz.
Ebenfalls über die A 65 in Richtung Wörth/Karlsruhe würde ein Großteil der 45.000 Fahrzeuge abfließen, die durch den vierspurigen Ausbau der B 10 zwischen Landau und Pirmasens als europäischer Transitverkehr angesaugt würden.
In diesen so erzeugten Verkehrsbrei mischten sich dann noch weitere Zehntausende von Kfz, die über die Bienwaldautobahn und die Straßburger Westtangente zwischen Spanien und Skandinavien hin und her geschoben würden.
Die Wörther Gesprächsrunde war sich darin einig,
dass die lösungsbedürftigen Transport- und Mobilitätsprobleme nicht durch immer mehr
Straßenbau zu bewältigen sind. Ohne wesentlich neue Belastungen von Natur und
Steuerzahler seien im Bereich Südpfalz und Oberrhein noch "riesige Reserven"
für den Schienenverkehr zu mobilisieren.
Stattdessen fielen der Politik immer neue kostspielige Straßenprojekte ein.
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