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25.04.2005

 

Verbindungsstraße zwischen Ludwigswinkel und Obersteinbach: Widerstand formiert sich

Naturschutzverbände aus Deutschland und Frankreich sowie die Obersteinbacher Bürgerinitiative "Sauvons" lehnen dieses grenzüberschreitendes Projekt ab

Wie die Pirmasenser Zeitung vor zwei Tagen berichtete liege das 600 Meter lange Trassenstück auf französischer Seite, zwischen dem früheren US-Depot Fischbach und der D 3 (Weißenburg - Bitsch), genau zwischen dem grenzüberschreitenden Naturwaldreservats Lützelhardt/Adelsberg und einer geschützten Natura 2000-Fläche. Um die Strasse zu realisieren müsse man in die geschützten Gebiete rechts und links des Wegs eingreifen, argumentieren die Vertreter von Alsace Nature, Bund für BUND und der Naturfreunde, die sich mit "Sauvons" verbündet haben.

Christian Humbert, Vorsitzender von "Sauvons" befürchtet, dass aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht eine 30 Meter breite Schneise freigeschlagen werden müsse. Auf der D 3 habe seit Einführung der Lkw-Maut auf deutscher Seite der Lastwagenverkehr deutlich zugenommen. Transitverkehr könnte auf seinem Weg vom Rhein nach Luxemburg später auch das geplante Sträßchen nutzen könnten. Er äußerte die Vermutung, dass man mit der Straße den am Depotrand entstandenen Gewerbepark Fischbach anbinden wolle..

Zitat von Rudolf Ahrens-Botzong von den Naturfreunden Rheinland-Pfalz "Wenn wir wie in einem Trichter den Verkehr über diese Straße in das Gebiet hineinlenken, wird es mit der Ruhe im ganzen Gebiet vorbei sein". Er befürchte Autotourismus aus den Ballungsräumen Karlsruhe, Ludwigshafen/Mannheim und Saarbrücken, der nicht zum Biosphärenreservat passe.

Laut  Verbandsbürgermeister Wolfgang Bambey lehnen viele Ludwigswinkler und Schönauer einen grenzüberschreitenden Verkehr über die Übergänge Bremmendelle und Wengelsbach ab.

Arnaud Schwartz von Alsace Nature schlug die Gründung einer Arbeitsgruppe vor und Christian Humbert wolle dem Bau einer Strasse nur dann zustimmen,  wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien und diese nicht in der Kernzone liege.

In Frankreich bereitet man gerade das Anhörungsverfahren vor. Dort können BürgerInnen und Verbände ihre Einwände vorbringen.
In Deutschland bestehe nach Angaben des Landesbetriebs Straßen und Verkehr (LSV) in Kaiserslautern seit dem Jahr 2000 Baurecht. Grundlage hiefür sei ein Abstimmungsverfahren gewesen, das sämtliche öffentlich rechtlichen Genehmigungen einbezieht. Allerdings, so der LSV weiter, wird dieses Baurecht aufgrund der in der Zwischenzeit fortgeschrittenen Umweltschutzgesetzgebung und der Ausweisung des FFH-Gebietes Biosphärenreservat Pfälzerwald in Abstimmung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd aktualisiert.

Quelle: Pirmasenser Zeitung vom 23.04.2005 - Rubrik Südwestpfalz

Kommentar von Walter Stutterich, BUND Kreisgruppe Pirmasens:

"Wenn nur weitere Straßen das neue Europa ausmachen, dann gute Nacht. Straßen gelten bei der Pirmasens Zeitung und hier in der Region als die Heilsbringer. Das ist aber kein Wunder, wenn es dem Bürger immer wieder gepredigt wird. Was mich erzürnt, ist dass der Verkehr den Menschen in Deutschland nicht zugemutet werden soll, die Menschen im Elsass sich aber nicht querstellen dürfen."

 


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