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06. 10. 2003
Air Base Ramstein
- Hohns der Umwelt Hohn sprechende Gedankenwelt
Erstaunliches RHEINPFALZ-Interview
Das passt wirklich nicht zusammen. So spricht
eine Fehlbesetzung mit Seltenheitswert: Man müsse sich "Ökologie leisten"
können. Diese unübertreffliche Formulierung fiel im Verlauf eines "Rheinpfalz"-Interviews
vom 06. 10. mit Reinhold Hohn, Vorsitzender des Umweltausschusses des Mainzer
Landtages, zur gerichtlichen Auseinandersetzung des BUND mit extremer
Naturzerstörung im Auftrag der Amerikaner beim Ausbau des in der Bevölkerung
umstrittenen Flugplatzes Ramstein.
In der Gedankenwelt dieses "Umweltpolitikers" ist Ökologie demnach etwas, was
man erst kaputt machen muss, um es sich dann, wenn man nur heftig genug damit
umgegangen ist, als Luxusartikel von irgendwoher wieder zulegen zu können. Dass
das Zusammenspiel alles Lebendigen, nichts anderes ist Ökologie, unser aller
hochverletzliche Existenzgrundlage ist, geht heutzutage offenbar nicht mehr in
jeden wirtschaftsliberalen Kopf:
Erst kommt der "Wirtschaftsfaktor" und dann noch einmal die Wirtschaft und dann
das Militärische und dann lange nichts und dann vielleicht ein bisschen
Ökologie, die man sich wie einen schicken Blumentopf hinter die Gardinen stellt.
Ein wenig schlechtes Umweltgewissen oder rechtsstaatsliberales Bedauern
angesichts der haarsträubenden Vorgänge um Ramstein wäre doch das Mindeste
gewesen, was man von einem "liberalen" Umweltpolitiker hätte erwarten können.
Es drängen sich Fragen auf: Wozu noch Rechtsstaat, wenn ein Repräsentant der
Legislative "damit leben" kann, dass eine rechtlich eingeräumte Einspruchfrist
für in die Biotope rollende Bulldozer keine Hindernisse mehr darstellen? Wozu
noch Alternativen prüfen in einer Zeit, wo Kriege wieder ohne vorzeigbaren
Kriegsgrund geführt werden können - vor allem auch von Ramstein aus?
Überhaupt: Wenn Wirtschaft sowieso immer alles besser weiß, wieso dann noch
wählen? Wäre es dann nicht einfach ehrlicher, gleich eine Junta von
Wirtschaftskapitänen einzusetzen?
Ist es übertrieben so zu fragen, wo es bei GATS- und MAI-Verhandlungen,
abgeschirmt von aller Öffentlichkeit, tatsächlich darum geht, ob zukünftig
Konzerne die Senkung von Öko- und Sozialstandards gegenüber Regierungen
erzwingen können?
Ist es angesichts des Urteils zu Ramstein wirklich abwegig zu fragen, wo noch
ein Haltegriff erkennbar ist auf einem abschüssigen Weg, der irgendwann in die
Bananenrepublik führt?
Quelle: BUND
Rheinland-Pfalz
Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz
Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,
E-Mail: [email protected]
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