++ [HOME] ++ [AKTUELL] ++ [THEMEN] ++ [Portal.BUND-Pfalz] ++[VERKEHR] ++ [Artikel Bahn, ÖPNV] ++

09. 11. 2001

Prioritätenliste für Schienenpersonennahverkehr im Süden der Pfalz

Es gibt praktikable und bezahlbare Alternativen zu z.Zt. in der Region vorangetriebenen Straßenprojekten. Dies möchte Magnus Hellmich, Vorsitzender des Vereins "Südpfalz Mobil", verdeutlichen mit einem 7-Punkte-Programm, das jüngst in einer Reihe offener Briefe vorgestellt worden. Diese waren gerichtet an die politischen Spitzen der Süd- und Südwestpfalz (Bundes- und Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister, Landräte und Verbandsbürgermeister) sowie an Verkehrsminister Bauckhage und Ministerpräsident Beck.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplanes schreibt Hellmich: "Wir appellieren an Sie, darauf Einfluss zu nehmen, dass bereits bei der Planung von Verkehrsprojekten auch Alternativen im Bereich des ÖPNV/SPNV geprüft werden und zur Ausführung kommen, die in ihren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt weniger schädlich sind".

Die von "Südpfalz Mobil" erstellte Prioritätenliste für den SPNV umfasst folgende sieben Punkte:

  1. Der Regionalexpress Mainz - Karlsruhe ist linksrheinisch über Wörth (Südpfalz) zu führen.
  2. Es ist ein neues Bedienungskonzept für die Strecke Germersheim - Wörth zu erarbeiten, um bei überschaubaren Kosten einen möglichen Quantensprung von bis zu 500 Prozent bei der Fahrgaststeigerung zu erreichen.
  3. Es ist die Elektrifizierung der Strecke Germersheim - Wörth - Lauterbourg in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Notfalls soll das Land Rheinland-Pfalz die Elektrifizierung vorfinanzieren.
  4. Der zweigleisige Ausbau der Strecke Bahnhof Wörth - Bahnhof Winden im Zuge der Verbindung Bingen-Neustadt-Karlsruhe ist zu realisieren. Dieses Projekt war bereits schon einmal im Jahr 1985 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden.
  5. Die Strecke Landau - Germersheim ist umgehend zu reaktivieren.
  6. Die ÖPNV-Angebotsstruktur im Queichtal (Landau-Pirmasens) ist zu verbessern durch einen halbstündigen Rheinland-Pfalz-Takt.
  7. Der zweigleisige, elektrifizierte Ausbau (Neubau auf vorhandener Trasse) der Strecke Rohrbach/Saar - Graben/Neudorf als Lückenschluss einer durchgehenden Verbindung Saarbrücken-Stuttgart ist zu forcieren als wesentlich kostengünstigere Alternative zum in der Bevölkerung höchst umstrittenen Ausbau der B10.

Dieses 7-Punkte-Programm wäre eine neue Verkehrspolitik für die Südpfalz und die angrenzenden Regionen. Es stellt eine ökologische und volkswirtschaftliche Alternative dar zu derzeit vorangetriebenen teuren Straßenbauprojekten.

Zu diesen Straßenprojekten gehört die 2. Rheinbrücke mit Nordtangende Karlsruhe und deren unabsehbare Folgen für weite Teile der südpfälzischen und badischen Bevölkerung, der Ausbau der B 35/B 36 bei Bruchsal, der klassische Lückenschluss des Autobahnnetzes "A 8" mit 4-spurigem B 10-Ausbau und sechsspurigem Ausbau zwischen Karlsruhe und Stuttgart. Hinzu kommen infrastrukturelle Zwangsläufigkeiten, die durch all diese Großvorhaben erzeugt werden; so entsteht dann z. B. für die A 65 zwischen Landau und Wörth die Notwendigkeit einer Erweiterung auf 6 Spuren, der Einrichtung von z.Zt. nicht vorhandenen Standspuren und damit der Erweiterung zahlreicher Brückenbauwerke.


Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz

Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,

E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de

++ [HOME] ++ [AKTUELL] ++ [THEMEN] ++ [VERKEHR] ++ [Artikel Bahn, ÖPNV] ++ [oben] ++