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21.12.2006
"Queichtalstrecke"/Elektrifizierung:
Post vom Ministerpräsidenten
Es gibt auch ernsthafte Auseinandersetzung mit SÜDPFALZ MOBIL
"Ich darf Ihnen versichern, dass die Inhalte Ihrer Präsentation im Rahmen der
vertiefenden Überlegungen eingehend geprüft werden". Gemeint ist eine
PowerPoint-Präsentation von SÜDPFALZ MOBIL, die ursprünglich für eine Anhörung
vor dem Stadtrat Landau gedacht war.
Da die Anhörung wegen einer Absage des Mainzer Verkehrsministeriums nicht
zustande gekommen war, wurde die Präsentation an einige Politiker der
Südpfalzregion verschickt, darunter auch an Ministerpräsident Beck.
Dessen jüngst in seinem Antwortschreiben nun an Vorsitzenden Magnus Hellmich
ergangene Aussage hebt sich - selbst unter Berücksichtigung des bereits
laufenden Landtagswahlkampfes - wohltuend ab von manchen allzu pauschal
herabsetzenden Reaktionen auf das Schienennahverkehrskonzept des Vereins.
Positiv hervorsticht ebenfalls die gründliche und zustimmende Auseinandersetzung
von Friedel Grützmacher, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Grüne, mit den
Aussagen von SÜDPFALZ MOBIL.
Mit dem kritischen Leserbriefschreiber aus Neustadt ist inzwischen ein
gründlicher und von großer Sachkenntnis getragener Gedankenaustausch entstanden,
der zu weitgehender Übereinstimmung geführt hat.
SÜDPFALZ MOBIL hatte darauf hingewiesen, dass es im Interesse einer
zukunftsoffenen Verkehrspolitik wäre, die mittelfristig geplante Maßnahme unter
der Bezeichnung "Queichtalbahn" im Detail so auszuführen, dass
nicht eine spätere Weiterentwicklung zu einer schnelleren
Regionalexpressverbindung Saarbrücken - Landau - Karlsruhe von
vornherein buchstäblich "verbaut" würde.
Unter anderem sollten Haltepunkte so gelegt werden, dass nicht vollendete
Tatsachen später evtl. notwendig werdende Trassenkorrekturen unmöglich machen.
Die Option für eine enorm fahrgastträchtige Wiedererschließung einer
traditionsreichen Strecke müsse offen gehalten werden.
Den Begriff "Queichtalbahn" im Sinne einer umsteigefreien
Verbindung zwischen Landau und Pirmasens hat es in der langen Geschichte des
Schienenstrangs durch Pfälzerwald und Westpfalz nie gegeben. Immer musste bei
Biebermühle (heute Pirmasens-Nord) umgestiegen werden. Dagegen ist für die
weitergehenden Vorstellungen von SÜDPFALZ MOBIL daran zu erinnern, dass noch vor
wenigen Jahrzehnten ein D 895 Saarbrücken - Landau - München verkehrte.
SÜDPFALZ MOBIL möchte lediglich verhindern, dass für alle Ewigkeit das Queichtal
zwischen Landau und Pirmasens als eine Art "Bimmelbahn" festgeschrieben
wird, die wegen relativ geringer Raumwirksamkeit ein nur mäßiges
Fahrgastaufkommen haben wird. Zur Verkehrsalternative für die vierspurig
ausgebaute B 10 dürfte sie sich kaum eignen.
Mit einer RE-Verbindung hingegen wäre dies etwas anderes.
Dass jedoch eine planerische Abwägung zwischen B 10-Ausbau und wesentlich
kostengünstigerer Modernisierung der parallelen Schienenstrecke im Sinne einer
Verkehrsträger übergreifenden Betrachtung derzeit nicht möglich ist, liegt am
nach wie vor sektoral vorgehenden deutschen Planungsrecht: Die Millionen, die in
den Straßenbau gehen sollen, müssen im Straßenbau bleiben; für eine
vernünftigere Alternative stehen sie nicht zur Verfügung.
Diese Betrachtungsweise ist nicht minder ein Beitrag zum Realismus als die von
Zeitgenossen, die glauben, Realitätssinn für sich gepachtet zu haben. Dass dies
von Ministerpräsident Beck und einigen wenigen anderen offenbar gewürdigt wird,
ist ein erfreulicher neuer Akzent in der Auseinandersetzung um dieses Thema.
Die regionale Politik, die nicht oder nichts sagend geantwortet hat, sollte sich
daran ein Beispiel nehmen.
Quelle: SÜDPFALZ MOBIL
Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz
Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,
E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de
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