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13.03.2006

 

Jahreshauptversammlung von SÜDPFALZ MOBIL

Lieber Kooperation als Konfrontation

Hellmich wiedergewählt  -  Jäger geehrt


LANDAU.  "Beeindruckend, was sich der Verein an Arbeit gemacht hat" und "Wir bevorzugen bei Planungen rechtzeitige Einbindung zur konstruktiven Mitwirkung statt nachträglicher Kritik". Das waren Bekundungen von Mitgliedern auf der jüngsten Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen von SÜDPFALZ MOBIL. Als 1. Vorsitzender einstimmig wiedergewählt wurde Magnus Hellmich (Landau). Ins Amt des 2. Vorsitzenden wählte die Versammlung ebenfalls einstimmig Herrn Rüdiger Trinks (Edenkoben).

In seinem Rechenschaftsbericht für die abgelaufenen zwei Jahre erinnerte Hellmich an zahlreiche Gesprächskontakte zu Bürgermeistern, Landrätin und Landrat der beiden südpfälzischen Landkreise, zu Umweltgruppen, zu dem neuen Mann an der Spitze des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr sowie zur Presse.

Ausdrücklich begrüßte er die frühzeitige Einbindung des Vereins in die Vorentwurfsplanungen zur Modernisierung des Landauer Hauptbahnhofes. In einer Stellungnahme habe er eine Bahnsteigshöhe von 76 Zentimetern vorgeschlagen. Dies würde Einheitlichkeit im Bahnnetz Südpfalz herstellen; Einschränkungen beim zukünftigen Fahrzeugeinsatz und bei der Betreiberauswahl würden vermieden, bei einer eventuellen späteren Elektrifizierung der Strecke Wörth - Landau - Neustadt blieben erneute Baumaßnahmen erspart. Außerdem würde Landau gleichziehen mit den Bahnsteigen auf den Strecken Neustadt - Ludwigshafen und Schifferstadt - Speyer.

Ein wichtiger Punkt für Hellmich waren "die qualitativen und quantitativen Unterschiede" zwischen dem KVV (Karlsruher Verkehrsverbund) und VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar), die auf dem Gebiet der Südpfalz zu einer spürbaren Differenz im dortigen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) geführt haben. Besonders brisant werde die Entwicklung des Qualitätsgefälles in diesem Überlappungsgebiet der beiden Verbünde seit Bildung der Rhein-Neckar-Metrpolregion gesehen.

Die Forderung des Vereins nach einem Südpfalz-Ticket in diesem Bereich sei daher nach wie vor aufrecht zu erhalten.

Hinsichtlich Zugfrequenzen, Zugangebot, S-Bahn-Projekten sowie Bahnhofserneuerung lägen auf Südpfälzer Gebiet Welten zwischen VRN- und KVV-Bereich. So werde beispielsweise bei Bedarf zusätzlich nach Speyer gefahren oder eine S-Bahn Homburg/Saar realisiert. Und obwohl 36 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Pendler aus der Südpfalz in den Raum Karlsruhe auspendeln, sei die Planung des SPNV/ÖPNV eher in Richtung Norden ausgerichtet. Die Entwicklung des Schienenpersonennahverkehrs im KVV-Bereich sei bescheiden im Vergleich mit dem S-Bahn-Quantensprung im VRN-Gebiet.

Mit Erstaunen sei festzustellen, dass nun eine voraussichtlich reaktivierte Strecke Zweibrücken - Homburg Zweibrücker Pendler auf die S-Bahn durchs Neustadter Tal bringen müsse, während es im Queichtal für die nächsten Jahre bei der Regionalbahn bleiben solle. Dabei sei eine schnelle, attraktive und direkte Verbindung auf der Queichtalstrecke  mit Regionalexpress (RE) und Neigetechnik über Landau zum Rhein hin grundsätzlich möglich.

Vom neuen Bundesverkehrsminister erwartet werde noch eine in Aussicht gestellte erschöpfende Antwort auf Hellmichs Anfrage, warum eine einmal zugesagte vergleichende Untersuchung über den Ausbau Schiene - Straße im Queichtal im Rahmen der B 10-Mediation nie stattgefunden habe.

Nach Hellmichs Eindruck sei man beim Thema RE-Halt für das Mittelzentrum Edenkoben weitergekommen; das letzte Wort sei noch nicht gesprochen. Hier müssten nun auch die kommunalen Gebietskörperschaften aktiv werden.

Der neu gewählte Vorsitzende dankte Herbert Jäger (Jockgrim) ausdrücklich für seine langjährige "aufopferungsvolle" Mitarbeit im Vereinsvorstand. Für seine Verdienste soll er mit dem Südpfälzer Mobilitätspreis 2006 geehrt werden, mit dem zuletzt Landrat Brechtel ausgezeichnet worden ist.

Zur Unterstützung des Netzwerks gegen eine 2. Rheinbrücke Karlsruhe/Wörth wurde ein erheblicher Betrag beschlossen. Hellmich kritisierte, dass man mit einer vermeintlichen Verkehrsbelastung und dem Sanierungsbedarf eine weitere Rheinbrücke dem Steuerzahler abtrotzen möchte, während man gleichzeitig in den letzten Jahren die Stadtbahn gerade mal bis zum Badepark Wörth verlängert habe. Ein nicht geringer Teil der ca. 20.000 täglichen Pendler würde wohl gerne mit der Stadtbahn aus der Südpfalz nach Karlsruhe zur Arbeit fahren - ebenso wie nicht wenige Badener Ausflügler an Wochenenden umweltfreundlich in die schöne Pfalz fahren würden.

Quelle: SÜDPFALZ MOBIL


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