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21.11.2003
Im Nahverkehr dürfen Kunden ein Wort mitreden
Probleme mit Bus und Bahn? - Ein Fall für den Fahrgastbeirat
Südwestpfalz. Eigentlich sollen im Westpfalz-Verkehrsverbund (WVV) Fahrgäste auf der gleichen Strecke auch immer den gleichen Preis bezahlen - egal ob sie Bus oder Bahn benutzen. Nicht so zwischen Pirmasens und Hinterweidenthal: 1,10 Euro zahlen Fahrgäste mehr, wenn sie statt den Bus lieber den Zug nehmen. Ein Ärgernis für die Fahrgäste in der Südwestpfalz - und ein Fall für den Fahrgastbeirat.
Ärgerlich für Bahnfahrer. Wer mit dem Zug von Pirmasens nach Hinterweidenthal fährt, muss 1,10 Euro mehr bezahlen als derjenige, der den Bus nimmt.
Im Frühjahr hat die RSW Regionalbus Saar-Westpfalz GmbH in der Südwestpfalz den Fahrgastbeirat gegründet. Er ist das achte Gremium dieser Art, das seit 1996 im RSW-Gebiet ins Leben gerufen wurde. Fahrgastbeirat - was ist darunter zu verstehen? In diesem Gremium treffen sich vier Mal im Jahr ausgesuchte Fahrgäste aus einer Region mit Experten aus dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), erklärt Roger Weingart, RSW-Niederlassungsleiter in Pirmasens, um die Probleme mit Bus und Bahn aus Sicht der Kunden zu besprechen. Geht es um Fahrpläne, Haltestellen, Bus- und Zugausstattung, Verkehrsplanung: Die Fahrgäste dürfen ein Wörtchen mitreden.
Wochenlang hatte die RSW-Niederlassung Pirmasens interessierte Fahrgäste gesucht, danach aus den Bewerbungen die geeigneten Kandidaten ausgewählt: 18 Mitglieder - quer durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten - fanden sich schließlich im Frühjahr zur Gründungsversammlung zusammen. Inzwischen hat der Fahrgastbeirat schon seine vierte Sitzung absolviert - das letzte Treffen fand am Montagabend statt. Ansprechpartner ist nicht nur der RSW-Niederlassungsleiter, sondern auch der Leiter der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Pirmasens, Gert Steigner, und ein Mitarbeiter des Westpfalz-Verkehrsverbundes (WVV), in den RSW und Stadtwerke eingebunden sind.
Unterschiedliche Preise im Zug und Bus
Aber zurück zu den Problemen der Zugreisenden von Hinterweidenthal nach Pirmasens. "Die unterschiedlichen Preise sorgen für großen Ärger bei den Fahrgästen in den Zügen", hat Werner Peter, der Sprecher des Fahrgastbeirates, erfahren: "Da saß kürzlich eine ganze Wandergruppe im Zug, hatte zuvor eine Tageskarte im Bus gekauft, und musste dann nachlösen." Peter hat auch schon recherchiert, wie es zu diesem "unhaltbaren Zustand" kommen konnte: Das WVV-Gebiet ist in viele kleine Abrechnungsbereiche eingeteilt, so genannte Waben. Wer mit dem Bus von Hinterweidenthal nach Pirmasens fährt, ist in drei Waben unterwegs, wer in den Zug steigt, kommt auf seiner Fahrt durch vier Waben. Und diese zusätzliche Wabe macht eben die Mehrkosten aus. Peter: "Wir müssen mit dem Verkehrsverbund sprechen, wie wir die Preise angleichen. Vielleicht durch eine Doppelwabe, die dann den Preis herabsetzt."
Was Fahrgäste ärgert, das weiß auch Hans Boenke, der stellvertretende Sprecher des Beirats. Der Dahner kann nicht verstehen, dass nach 15 Uhr kein Bus mehr von Dahn an den Bahnhof Hinterweidenthal fährt. "Das geht nur noch über den Anrufsammelverkehr, und dafür muss sich der Fahrgast eine Stunde vorher anmelden", beklagt Boenke, der das Dahner Felsenland am Nachmittag vom Bahnverkehr abgeschnitten sieht. Über den Fahrgastbeirat will er versuchen, dass bessere Busverbindungen zur Queichtalstrecke eingerichtet werden.
Erste Erfolge: Bahn fährt später
Einen ersten Erfolg hat der Fahrgastbeirat schon erzielt: Der 13.31-Uhr-Zug von Pirmasens nach Kaiserslautern, der außerhalb des Stundentaktes zehn Minuten zu früh abgefahren ist, wird mit dem Winterfahrplan der Bahn ab 14. Dezember erst um 13.41 Uhr vom Hauptbahnhof in Pirmasens abfahren. "Damit erreichen auch die Buspassagiere in Pirmasens den Zug wieder", freut sich Peter.
Und die Fahrgäste in der Horebstadt sollen noch des Öfteren von der Arbeit ihrer Interessenvertreter profitieren: Die Informationssäule am Busbahnhof am Exerzierplatz war am Montagabend zentrales Diskussionsthema im Fahrgastbeirat - er will sie informativer und übersichtlicher machen.
Quelle: Pirmasenser Zeitung vom 19.11.2003
Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz
Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,
E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de
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