Mitgliederversammlung beim BUND Südpfalz:
Leistungen des Ehrenamtes nicht verstecken!
Wildkatzenprojekt will Korridore für Wildtiere schaffen
Immer mehr Quellen kaputtgemacht
Durchaus mit Genugtuung, aber auch mit recht gemischten Gefühlen wurde auf der jüngsten Mitgliederversammlung der BUND-Kreisgruppe Südpfalz die in den Medien gemeldete Ankündigung der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße aufgenommen, dass in den Wintermonaten ein beispielloser Schandfleck in dem Kastanienwäldchen zwischen Göcklingen und Klingenmünster beseitigt werden soll.
Für ehrenamtliche Naturschützer sei es nämlich schon frustrierend, in der Zeitung lesen zu müssen, eine Handvoll Lokalpolitiker oder „Anwohner und Spaziergänger“ hätten das Handeln der Behörde ausgelöst, während gleichzeitig von der mitteilenden Behörde der Jahrzehnte sich hinziehende zähe und immer wieder vergebliche Kampf des BUND um Aufmerksamkeit für dieses Problem bei eben dieser Behörde verschwiegen werde.
Letzter Akt dieser Bemühungen nämlich waren seit dem Frühjahr dieses Jahres mehrere vom BUND veranlasste Begehungen und Briefwechsel sowie die Zurverfügungstellung von fotographischem Material für die Kreisverwaltung. Treibende Kraft hierbei waren der Naturschutzwachtbeauftragte des BUND Peter Erken sowie Kreisgruppenvorsitzender Reinhold Siener.
Fazit:
Ohne die über Jahrzehnte sich hinziehende Hartnäckigkeit der BUND-Vertreter wäre
dieser Teilerfolg im Landschaftsschutz nie zustande gekommen. Man fördert
nicht das Ehrenamt, wenn man seine Leistungen verschweigt oder ins Leere laufen
lässt. Die Kreisverwaltung SÜW sollte sich daher mit eigenen Federn und
nicht mit denen eines anderen Vogels schmücken.
Im Übrigen sei der Schandfleck im Kastanienwäldchen nur die Spitze des vom BUND seit Jahrzehnten vergeblich angeprangerten illegalen Müllbergs in der Südpfälzer Tourismuslandschaft.
Große Sorge bereitete auch das anhaltende Versiegen von Quellen, auf die bei der Ausweisung z. B. von Neubaugebieten keine Rücksicht genommen werde. Zunehmend beobachtete Ursache seien auch wesentlich tiefer als genehmigt niedergebrachte Brunnen in der freien Landschaft. Außerdem würden fortwährend Grundwasserabsenkungsmaßnahmen wertvolle Feuchtgebiete trockenlegen. Hier verberge sich ein von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenes Vollzugsdefizit der Unteren Wasserbehörde.
Wichtig für die Kreisgruppe werde auch, wie von Vorsitzendem R. Siener mitgeteilt, ein vom BUND-Bundesverband initiiertes Naturschutzprojekt. Dieses will mit der Wildkatze als Leitart deutschlandweite Korridore für Wildtiere schaffen. Dazu sollen besonders Straßen und Autobahnen mit Leitsystemen und Grünbrücken versehen werden. Als Ausgangspunkt für eine solche biologische Lebensader zur Populationserweiterung der Wildkatze kommt Rheinland-Pfalz, ganz besonders aber dem Biosphärenreservat Pfälzerwald mit seinem Korridor zum Bienwald, eine bedeutende Rolle zu. Die BUND Kreisgruppe möchte sich daher künftig in dieses interessante Naturschutzprojekt einbringen.
Quelle: BUND Kreisgruppe Südpfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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