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28.06.2008

Jahresversammlung der BUND-Kreisgruppe Südpfalz:

BUND verurteilt schwerkriminellen Anschlag auf ehrenamtlichen Mitarbeiter

LANDAU.  Neuwahlen sowie der allgemein Sprachlosigkeit auslösende Bericht über einen schweren kriminellen Anschlag auf ein Mitglied der Kreisgruppe standen im Mittelpunkt der in Landau abgehaltenen Jahreshauptversammlung der BUND-Kreisgruppe Südpfalz.

Wieder gewählt als Kreisgruppenvorsitzender wurde Reinhold Siener, Oberotterbach; ebenfalls in ihren bisherigen Ämtern als stellvertretende Vorsitzende bestätigt wurden Johannes Becker, Riedselz (Elsass), und Rüdiger Maul, Essingen. Mit der Verantwortung für die Finanzen der BUND-Gruppe neu betraut wurde Karin Marsiske, Jockgrim.

Die Schilderung der massiven Tätlichkeiten gegen Peter Erken, 71 Jahre alt und in der Funktion des Beauftragten der Kreisgruppe für die Naturschutzwacht, erinnerte die erschütterte Versammlung an den aktuell verhandelten Fall der Münchner U-Bahn-Schläger. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft läuft ein Verfahren.

Der mutmaßliche Täter, ein dem Vernehmen nach inzwischen geständiger südpfälzischer Bauunternehmer, wird sich – nach Auffassung des BUND – vor Gericht wegen Mordversuchs aus niedrigen Beweggründen, wegen Raubes und unterlassener Hilfeleistung zu verantworten haben.

Das Tatopfer wurde während Wahrnehmung seiner ehrenamtlichen Aufgaben bei den Kastanienwäldchen östlich der B 48 auf der Höhe Gleiszellen-Gleishorbach ohne jegliche Vorwarnung von hinten mit einem Traktor umgefahren. Beim Versuch, sich wieder zu erheben, wurde er mit schweren Schlägen unter ständiger Wiederholung von Morddrohungen – so die nachträgliche Schilderung – besinnungslos geschlagen und, ohne Bewusstsein am Boden liegend, einfach seinem Schicksal überlassen. Nach Rückkehr des Bewusstseins waren Kamera und Mobiltelefon verschwunden. Nachdem der schwer Verletzte sich an einen nahe gelegenen Supermarkt geschleppt hatte, konnte medizinische Hilfe eingeleitet werden.

Ein Kieferbruch, Gesichtsverletzungen, Verletzungen am inneren Auge sowie am ganzen Körper machten einen Krankenhausaufenthalt erforderlich. Zu den Spät- und Langzeitfolgen des Vorfalls zählen neben einer nachhaltigen Traumatisierung eine erforderliche Augenoperation und eine nicht mehr voll funktionsfähige Hand.

Ernsthaftes ehrenamtliches Engagement im Naturschutz scheint nicht immer ein vergnügungssteuerpflichtes Unterfangen zu sein. So das Fazit des wieder gewählten Vorsitzenden Reinhold Siener.

Als zukünftig neuer Termin für die monatlichen Mitgliederversammlungen der Kreisgruppe wurde der jeweils zweite Donnerstag im Monat neu festgelegt.

 

Quelle: BUND Kreisgruppe Südpfalz


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