++ [weitere Artikel der BUND Kreisgruppe Südpfalz] ++

25.11.1999

BUND: Bei Flächen- und Ansiedlungspolitik Bedürfnisse des Menschen nach unverfälschter Landschaft und dörflichen Strukturen nicht aus dem Blick verlieren

Der BUND Südliche Weinstraße zeigt sich irritiert über die Ausführungen von Hanns-Christian Conrad, Ortsbürgermeister von Gossersweiler-Stein, denen zufolge Natur- und Landschaftsschützer als "Toskanafans" belächelt werden und "der Wald Dörfer verschlinge" (vgl. Rheinpfalz vom 20.11.99). Dabei erkennen die Umweltschützer die Bemühungen der Gemeinde Gossersweiler-Stein um den Erhalt der Kulturlandschaft sehr wohl an. Seit vielen Jahren werden dort durch den BUND Freihaltungsarbeiten im Auftrag der Gemeinde durchgeführt.

Jedoch genüge diese Form der Landschaftspflege nicht, um Natur und Landschaft dauerhaft zu erhalten. Vielmehr sei in der Flächen- und Ansiedlungspolitik ein Umdenken dringend erforderlich. So seien in den letzten 40 Jahren in der Südpfalz durch den Bau von Straßen und die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten mehr Flächen versiegelt worden als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor. Der sparsame und schonende Umgang mit Flächen sei ein Gebot der Zeit und daher auch gesetzlich vorgeschrieben, so z.B. im Baugesetzbuch. Grundsätzlich sieht sich der BUND mit dieser Position in Übereinstimmung mit der Kreisverwaltung sowie zahlreichen Behördenvertreter/innen. Jedoch seien allzu oft Einzelinteressen im Spiel, die vor Ort den Ausschlag für Umwelt schädigende Entscheidungen gäben.

Dass auch Südpfälzer Bürgerinnen und Bürger der Erhalt von Natur und Landschaft am Herzen liegt, beweisen nach Aussage des BUND die zahlreichen positiven Reaktionen auf den am 16. November in der Rheinpfalz erschienen Artikel "Frisst Fortschritt in der Südpfalz zu viel Landschaft?".

Neuausweisungen von Baugebieten, die sich nicht an die dörflichen Strukturen anpassen, wie Gleiszellen, Ranschbach und Oberotterbach dürfe es zukünftig nicht mehr geben. Stattdessen gelte es, bei echtem Bedarf an Wohnbauflächen, zunächst Baulücken zu arrondieren. Auch das von Dr. Conrad aufgegriffene Arbeitsplatzargument als Begründung für die Ausweisung von Gewerbe-gebietsflächen sei nicht stichhaltig. Der derzeit stattfindende Konkurrenzkampf verschiedener Gemeinden um die Ansiedlung von Gewerbebetrieben sei bezüglich der Schaffung von Arbeitsplätzen letztendlich ein Nullsummenspiel. Dagegen drohe die Region ihr kostbarstes Gut, die besondere landschaftliche Schönheit zu verlieren, was für den Fremdenverkehr langfristig fatale Folgen haben könne.


Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]

++ [weitere Artikel der BUND Kreisgruppe Südpfalz] ++ [OBEN] ++