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20. 11. 2001
Naturschutz
Golfer, Fußballer und Tennisspieler als Naturschützer?
Was versteht der Libero von Apollofalter und Nachtigall?
"Der Sport ist uns ein geschätzter Gesprächspartner, als Naturschutzverband aber wären die Sportorganisationen fehl am Platz und ziemlich überfordert"; mit diesen Worten appelliert die rheinland-pfälzische BUND- Landesvorsitzende Agnes Hennen an die neue Umweltministerin Margit Conrad, erkennbar gewordenen Bestrebungen zur Anerkennung des Landessportbundes als Naturschutzverband nach Paragraph 29 Bundesnaturschutzgesetz entgegenzutreten. Sie solle nicht den Fehler ihrer Vorgängerin machen, gleich bei Amtsantritt reine Naturnutzer in den Kreis anerkannter Naturschützer aufzunehmen.
Das Bundesnaturschutzgesetz verlangt für die Anerkennung als Naturschutzverband, dass der betreffende Verein "nach seiner Satzung ideell und nicht nur vorübergehend vorwiegend die Ziele des Naturschutzes und der Landespflege fördert". Vor allem aber fordert es, "Gewähr für eine sachgerechte Aufgabenerfüllung" zu bieten.
Sportverbände haben grundsätzlich andere Interessen als den Naturschutz. Wenn nebenbei ein paar Solarzellen oder Sonnenkollektoren für die Duschkabinen herausspringen, dann ist dies erfreulich, aber kein Grund für die Anerkennung als Naturschutzverein. Und wer etwas versteht von der Düngung eines Stadion- oder Golfrasens, ist noch lange kein Experte für Biotopvernetzung; ein Tennisplatz kann nie zur Orchideenwiese werden.
Wie sollen Sportler den naturschutzfachlichen Sachverstand aufbringen, der bei jährlich Tausenden von Stellungnahmen bei Planfeststellungsverfahren und anderen Eingriffen in Natur und Landschaft sowie bei Gesetzes- und Verordnungsvorhaben oder bei der Bauleitplanung abverlangt werden muss? Wie sollen sie kompetent und in Verantwortung vor der Natur mitreden können, wenn in den Landespflegebeiräten bei den Kreisverwaltungen, auf der Bezirksebene und auf Landesebene um Straßenbau, technische Großprojekte, Naturschutzgebiete u. v. a. gerungen wird? Nie werden z.B. Kanuten das Maß an Selbstlosigkeit und Verzicht aufbringen, das erforderlich ist, um das ökologische Gefüge unserer letzten Wildwasser unangetastet zu lassen. Natur nur um ihrer selbst willen kann nie das Ziel von Naturnutzern sein.
Die zu vermutende politische Zielrichtung solcher Anerkennungsbestrebungen ist klar; sie soll den Sport dafür instrumentalisieren, dass
Der Sport, der viele wertvolle gesellschaftliche Aufgaben wahrnimmt, sollte zu schade sein für solche gegen den Naturschutz gerichtete Machtspielchen.
Auch Atomkraftwerke liegen manchmal idyllisch im Grünen. Wer aber käme deswegen auf die Idee, der organisierten deutschen Elektrizitätswirtschaft den Status eines Naturschutzverbandes anzudienen?
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