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24.10.2003

 

„Bauherren ins Quartier Vauban“
 

Landau als Schlafstadt für Karlsruher?

OB´s Visionen korrekturbedürftig

Landau darf nicht zur Schlafstadt von Karlsruhern werden. Schon gar nicht in einer Zeit, in der die ökologiefeindliche Entfernungspauschale („Zersiedlungs- und Klimakiller-Pauschale“) zurückgefahren werden muss. Zu dieser Bemerkung sieht sich der BUND verpflichtet anlässlich der Aussage des Landauer Oberbürgermeister Dr. Wolff, „denkbar sei auch, statt einer Wohnung in Karlsruhe ein Eigenheim in Landau zu erwerben. Die Entfernung lasse sich über die Autobahn schnell zurücklegen“ (DIE RHEINPFALZ  v. 10. 10. 03 „Bauherren ins Quartier Vauban“). Noch mehr Pendler also soll es geben.

Man fragt sich: Hat denn das Stadtoberhaupt der Landauer, das seinen letzten Wahlkampf auch mit den Thesen von Franz Alt gewinnen wollte, überhaupt nichts gelernt angesichts der täglichen Staus auf der A 65, angesichts von dadurch provozierten Straßenneubauprojekten, darunter das eines Brückenbaus bei Wörth für ca. 80 Millionen Euro, verbunden mit Zerstörungen in sensibelsten Naturarealen, angesichts einer seit Jahren anhaltenden Nachhaltigkeitsdiskussion im Interesse unserer Kinder und Enkel? Sollten diese seine Gedanken das letzte Wort gewesen sein, dann hätte der OB wieder einmal ein klassisches Beispiel  geliefert für die immer noch vorherrschende Von-Hand-zu-Mund-Politik.

Ja, die Karlsruher sollen kommen  -  als hochwillkommene Gäste mit Kaufkraft, denen man gleichzeitig gestattet, die weltweit beachteten Vorzüge ihres öffentlichen Nahverkehrs in die Südpfalz auszudehnen. Nicht wohnen sollen sie hier, sondern Landau als interessant sich entwickelnde Einkaufstadt kennen lernen, hier gerne ihre Freizeit verbringen sollen sie, in einer Gegend, deren touristisches Angebot  -  bei aller Verbesserungsbedürftigkeit  -  sich sehen lassen kann.

Wer den schon jetzt nicht zu verkraftenden Pendlerstrom noch weiter anschwellen lassen will, hat auch nach 20 Jahren Amtszeit nichts erfasst von den fundamentalen ökologischen Problemen, deren Lösung von Kommunal- und Strukturpolitik unbedingt geleistet werden muss.

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


 

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