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28.11.2003

 

Hühnerkäfige am 28. 11. 2003 im Bundesrat

Becks Tierliebe am Scheideweg - Schutz für Tiere oder für Hühnerbarone?

MAINZ.  In einem dringenden Appell hat BUND-Landesvorsitzende Heidelinde Weidemann in einem offenen Brief  und in Anspielung auf sein "häufig zu vernehmendes Engagement in Tierschutzfragen" Ministerpräsident Beck beschworen, am Freitag im Bundesrat das Land Rheinland-Pfalz gegen Pläne stimmen zu lassen, die die erst letztes Jahr beschlossene Abschaffung der Käfighaltung von Legehennen noch vor ihrer praktischen Umsetzung im Jahr 2007 wieder rückgängig machen würden. Von besonderem Gewicht in dieser Angelegenheit ist für den BUND der Umstand, dass gerade auch auf Druck des
Landes Rheinland-Pfalz der Tierschutz erst letztes Jahr endlich ins Grundgesetz aufgenommen worden ist.

Gemäß den bekannt gewordenen Absichten würde jeder Henne eine Fläche in der Größe eines DIN-A 4-Blattes eingeräumt. Dies wäre eine Missachtung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 1999, das eine Grundfläche von 550 cm2 je Huhn als verfassungswidrig eingestuft hat. Der einhellige Wille von ca. 90 Prozent der Bürger würde völlig außen vor gelassen werden.

Der BUND sieht die am Freitag zur Abstimmung anstehenden Pläne als Ergebnis hartnäckiger Lobbyarbeit für die rein wirtschaftlichen Interessen von sog.
"Hühnerbaronen"; abgesehen davon, dass sie gegen jeglichen Anstand im Umgang mit Mitgeschöpfen verstoßen, werden sie garantiert keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen. Die Folgen werden sein: Umweltbelastung, minderwertige Produkte für die Konsumenten und weitere Zunahme von Zivilisationskrankheiten.

In der Schweiz ist man den entgegengesetzten Weg gegangen. Dort war es möglich, im freiwilligen Konsens zwischen Erzeugern und Konsumenten ohne
Legebatterien auszukommen.

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


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