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16.08.2004

Herxheimer Veranstaltung zu EU-Agrarreform: Wieso "zum Kotzen"?

Konsens nicht kaputt schimpfen!! (Zum Artikel in  der Rheinpfalz vom 13.08.2004)

Bei aller Offenheit für die gesellschaftlichen und existentiellen Probleme unserer Bauern:
"Zum Kotzen" ist die EU-Agrarreform nicht. Sie bringt sowohl für die Bauern selbst als auch für Natur- und Umweltschutz einen bisher so noch nicht da gewesenen Fortschritt. Dies sollte man bei allem verständlichem Unmut über handwerkliche Schwächen auf keinen Fall zerreden.
"Wir lassen uns den eingetretenen seltenen Konsens zwischen Umweltschutz, der überwiegenden Mehrheit der Bauern und selbst den Parteien nicht kaputt schimpfen", so die Grundposition des BUND anlässlich der Berichterstattung der RHEINPFALZ vom 13. August 2004 über eine Informationsveranstaltung der Bauern- und Winzerschaft in Herxheim.

Durch den begrüßenswerten Systemwechsel weg von der Produktions- hin zur Flächenprämie werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe gefangen:
Einmal führt diese Umstellung weg vom Zwang zu Überproduktion und Lebensmittelvernichtung, zu zunehmender Verödung unserer Kulturlandschaften sowie zur Belastung von Boden, Wasser und Luft.
Zum andern bringt sie bei einer Flächenprämie von ca. 330 € pro Hektar den rheinland-pfälzischen Bauern mit ihrer noch weitgehend mittelständischen Struktur eine Einkommensverbesserung von 11 Prozent gegenüber früheren Regelungen.

Wer hiergegen protestiert, betreibt eigentlich  -  bewusst oder unbewusst  -   das Geschäft von Großagrariern und Agrarindustrie.
Es wäre interessant zu wissen, aus welcher trüben Quelle und von welchen "Experten" die Feststellung kommt, in den nächsten 25 Jahren steige der Bedarf an Nahrungsmittel um 75 Prozent.

Für den Natur- und Umweltschutz ist es erfreulich, dass besonders die Bauern in Mittelgebirgslagen durch das Reformwerk endlich eine Perspektive erhalten und dass durch Förderprämien für Grünland der Zwang zum Umbrechen von Wiesen und Weiden wegfällt. Hoffentlich kommt daher die Reform z. B. für die verbliebene Südpfälzer Rinderhaltung und die vor dem Abgrund stehende Landwirtschaft in der Westpfalz noch nicht zu spät.

Seit eh und je ist dem BUND der intensive und konstruktive Dialog zwischen Bauern und Umweltschützern ein hochrangiges Anliegen.

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


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