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16.08.2004
Thesenpapier: Ist Globalisierung eine Falle?
Wie können weltweit gültige Werte gefunden, begründet und umgesetzt werden?
Als zwei Leitmotive werden aus dem
Faltblatt der "Aufbruchbewegung"
hervor gehoben:
Die Befreiung aus einem überholten Kulturmuster und
die Veränderung unseres Bewusstseins von materiellen Werten zu
spirituellen Werten.
Die Globalisierung in Vernetzung mit der Technokultur gefährdet die gesamte Lebensordnung innerhalb der Biosphäre.
Richten sich die weltweit drohenden Terroranschläge möglicherweise sogar gegen die Lebensfeindlichkeit des weltweit dominierenden Turbokapitalismus?
Als "Exportweltmeister" sind wir eng mit vielen Ländern und vor allem mit den USA vernetzt.
Die Anhäufung von Großkapital spiegelt Egoismus und ein radikales Machtstreben wieder.
Die weltweite Verbreitung von Mode, Musik, Werbung und Sprache und der global dominierende Nachrichtenmarkt führen zu Tendenzen der Vereinheitlichung des Denkens der Menschen in den "westlich" geprägten Staaten.
Hinter den Mauern des Bankgeheimnisses werden zwei Drittel des Welthandels ohne ethische Verantwortung und aus reinem Profitinteresse betrieben.
Negativentwicklungen wie der Treibhauseffekt, das Abschmelzen der Polkappen, das Aussterben von vielen Tiergattungen und das Waldsterben führen zu gravierenden und meist verdrängten Zukunftsängsten, weil sich die Menschen ihnen hilflos ausgesetzt fühlen.
Offenbar sind es die nicht bewältigten Existenzängste, die bei vielen Menschen zu Habgier und einem grenzenlosen Besitzstreben führen.
Die kapitalistisch orientierte
Weltgesellschaft isoliert die Menschen auch aus psychologischer Sicht, nicht
zuletzt weil sie das verbindende "Urvertrauen" blockiert.
Gegenmittel: Mitmenschlicher Kontakt und gegenseitige Ermutigung,
Aufklärung und Durchführung von wirkungsvollen Methoden der aktiven
Angstbewältigung.
Ist es denkbar und realistisch, bundesweit über die verschiedenen, lokalen Aufbruchsbewegungen auch lokale Währungen wie den "Chiemgauer" zu fördern?
Was global anerkannte Werte
anbetrifft, so ist die Rede von Kofi Annan weiter führend:
Werte des Friedens, der Freiheit, des sozialen Fortschritts, der
Gleichberechtigung und der Menschenwürde, Grundwerte der Toleranz und
Solidarität, die Achtung vor der Natur, die Tilgung der extremen Armut, das
Recht aller Menschen auf Bildung und auf sauberes Wasser sind in der Charta
der Vereinten Nationen verankert und im besten Sinne des Wortes zukunftsfähig.
Auch Kofi Annan beobachtet weltweit eine große Angst, weil die Menschen auf sich selbst verwiesen werden anstatt sich für einander zu öffnen, sich auszutauschen und von einander zu lernen.
Die gegenwärtig einseitig dominierende Spaß-, Erlebnis-, Konsum- und Überflussgesellschaft erweist sich angesichts ihrer Lebensfeindlichkeit als das überholte und dringend korrekturbedürftige Kulturmuster.
Der Kulturwandel über die lokalen Grenzen hinaus zu mehr Solidarität, Mitgefühl und Verantwortung als weltweit zu vermittelnden Grundhaltungen ist ohne eine öffentliche Diskussion und ohne eine Formung des entsprechenden öffentlichen Bewusstseins durch die Massenmedien nicht denkbar.
Eine zukunftsfähige und global entwicklungsfähige Gesellschaft, die vor allem die von Kofi Annan begründeten Lebenswerte entfaltet, braucht allgemein praktizierte Entwicklungswege zu mehr Ruhe und Gelassenheit, zu einem stabilen Urvertrauen auch für erwachsene Menschen.
Es muss sich noch mehr
herumsprechen, dass das Urvertrauen durch eine ganze Reihe von sich ergänzenden
Tätigkeiten und Erfahrungen bekräftigt wird:
1) Durch den verständnisvollen Kontakt und Austausch mit den
Mitmenschen,
2) durch Ruhe und Entspannung,
3) durch die Erfahrung des Naturschönen und durch das Ästhetische im
Allgemeinen,
4) durch rhythmische Bewegungen nicht nur beim Joggen, sondern auch durch
Musik und Tanz.
Quelle: W. Schleske, Aufbruch Beilstein
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]
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