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01. 08. 2003

Mobilfunk und Elektrosmog: BUND gibt alternative Antwort auf  38 Bürgerfragen

Weder verharmlosen noch verteufeln! Verbrauchertipps für Elektrogeräte

MAINZ. In einer Situation, in der präventiver Gesundheitsschutz angesagt wäre, spielt offenbar das Land Rheinland-Pfalz mit dem Gedanken, den wirtschaftlichen Interessen der Mobilfunkindustrie zuliebe die in der Landesbauordnung vorgeschriebene Genehmigungspflicht für Sendeanlagen über zehn Meter Höhe abzuschaffen.

Solch erstaunlicher Sorglosigkeit entgegenwirken möchte  -  als Teil einer bis in den Herbst 2003 laufenden Kampagne  -  die Broschüre des BUND Rheinland-Pfalz
"Mobilfunk und Elektrosmog  -  Antworten auf oft gestellte Fragen".

Der Verband reagiert damit auf eine Broschüre des Umweltministeriums mit exakt dem gleichen Titel und antwortet genau auf dieselben 38 Fragen besorgter Bürger wie etwa
"Weiß man etwas über die Entstehung von Krebs durch elektromagnetische Felder?" Die beiden Broschüren können nebeneinander benutzt werden. Die parallele Lektüre ermöglicht in idealer Weise den vom BUND im Vorwort gewünschten "Einstieg in den Dialog".

Während die Broschüre des Ministeriums wiederholt sich sicher weiß, dass  keine Zusammenhänge zwischen bestimmten Krankheitsbildern und Mobilfunk bestehen ("Es gibt keinen Nachweis, dass ..."; "Es gibt wissenschaftlich keine Hinweise, dass ..." u. ä.), hebt der BUND ins Bewusstsein, dass für diesen problematischen Bereich "nur wenige Untersuchungen vorliegen und Langzeiterfahrungen fast gänzlich fehlen"; bei derart dürftigem Wissensstand sei es somit "nicht akzeptabel", dass die "flächendeckende Vermarktung dieser Technologie" ungebremst weitergehe.

In Beantwortung von Frage 36 über Zusammenhänge zwischen Allergien, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen oder Überempfindlichkeitssyndrom und dem Handygebrauch bei Kindern und Jugendlichen wird zunächst einmal nüchtern festgehalten,
"dass es bisher kaum Untersuchungen zu derart athermischen Wirkungen gepulster elektromagnetischer Wellen gibt, von Langzeituntersuchungen ganz zu schweigen".

Dem wissenschaftlichen Glauben, man könne zwischen einem bestimmten Krankheitssymptom und einer einzigen Ursache  -  monokausal  -  eine klare Beziehung herstellen, wird eine klare Absage erteilt. Zu bestimmten Krankheitsbildern komme es häufig erst  -  multikausal  - durch das Zusammenwirken mehrerer Belastungsfaktoren. Dies müsse bei der umweltmedizinischen Bewertung des Mobilfunks Berücksichtigung finden.

Der BUND hält weder eine Verharmlosung noch eine Verteufelung der Mobilfunktechnologie für wissenschaftlich angemessen. Was alleine zählt, sind nüchtern trockene Fakten und Verantwortung im Sinne eines präventiven Gesundheitsschutzes. Es muss ein Ende sein mit der
"Ratlosigkeit, mit der Teile der Wissenschaft den Problemen gegenübertreten".

Die Politik wird verwiesen auf das
"Salzburger Modell", bei dem die Salzburger Behörden eigene Vorsorgestandards festgelegt haben, die deutlich unter den sehr konservativen Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission liegen. In Deutschland dagegen scheint man sich eher den Wünschen einer Industrie zu fügen, die die hohen Lizenzkosten für ihre Mobilfunktechnik der 3. Generation (UMTS) so rasch wie möglich hereinholen möchte.

Über dieses aktuelle Problem hinaus enthält die Broschüre eine Fülle von Verbrauchertipps zu Risiken und vorbeugendem Gesundheitsschutz bei zahlreichen elektrischen Geräten wie DECT-Telefonen, Mikrowellenherden, Elektroherden, Niedervolthalogenbeleuchtungen, Energiesparlampen, Radioweckern, elektrischen Heizdecken, schnurloser Bürokommunikation auf Hochfrequenzbasis, Handys, Geräten im Stand-by-Modus und Geräten mit Transformatoren.


Die Broschüre kann angefordert werden bei der Mainzer BUND-Geschäftsstelle (Tel.: 06131-231973); e-Mail:
[email protected]

Rückfragen bei Friedbert Lohner, Tel: 0671-4660 oder 804273


Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

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