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Zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe

 

BUND: "Das Mass ist voll".

 

"Der RHEINPALZ-Bericht zur Planung einer zweiten Rheinbrücke vom 2.03.02 (Ausgabe Südpalz) bestätigt nicht nur frühere Aussagen des BUND, sondern offenbart auch eine skandalöse Planungs- und Informationspolitik des Mainzer Verkehrsministerium", so Willi Junker, Verkehrsreferent des BUND Südpfalz.
"Das Mass ist voll. Das laufende Raumordnungsverfahren (ROV) der Bienwaldautobahn ist umgehend auszusetzen".

 

Der BUND sieht sich in früheren Aussagen bestätigt.
Der Verkehr im Raum Wörth soll bis 2015 um etwa 50 % zunehmen
.
Die vorhandene Rheinbrücke wird im Vergleich zur heutigen Situation nicht entlastet. Auf einer zweiten Brücke soll ein Verkehrsaufkommen von etwa 36.000 Kfz neu in die Region kommen.

 

Die Planung der zweiten Rheinbrücke ist scheinbar schon weit gediehen.
Von einer Entscheidung im Sommer ist die Rede: Offensichtlich steht auch die Variante schon fest, obwohl ein Raumordnungsverfahren bisher noch nicht durchgeführt wurde. Das erinnert an den Bienwald: Im FFH-Gebietsvorschlag der Landesregierung ist "zufälligerweise" schon die Trasse der Hagenbach-Variante ausgespart, obwohl das ROV zur Trassenfindung noch nicht abgeschlossen ist.
Zwei Raumordnungsverfahren, deren Ergebnis wohl schon feststeht, bevor die öffentliche Diskussion stattfindet bzw. abgeschlossen wurde.
Für wie dumm soll die Bevölkerung verkauft werden?

 

Die Sanierungsbedürftigkeit der bestehenden Brücke ist schon lange bekannt. Die billigste Lösung wäre eine parallele Ersatzbrücke, die auf jeden Fall angemessen diskutiert werden muss. Der Grund für die Favorisierung einer etwa 1,5 km weiter nördlich liegenden Variante durch die Straßenplaner ist klar. Diese bietet über die Sanierungsmöglichkeiten der alten Brücke hinaus weitreichende Perspektiven. Die badische Seite will rechtsrheinischen Verkehr auf die linksrheinische Seite verlagern.
Aufgrund des heute noch deutlich geringeren Verkehrsaufkommens in unserem Bereich, ist klar, wohin die Entwicklung gehen wird
. Im Badischen wird längerfristig ohnehin  mit einer durchgehenden vierspurigen Nordtangente zu Autobahn A5 gerechnet. Anzunehmen, dass das erwartete Verkehrsaufkommen einer 2ten Rheinbrücke nicht auch massiv den Raum Jockgrim betrifft, ist illusionär.

 

Die von den Straßenplanern favorisierte zweite Rheinbrücke wird in Verbindung mit der geplanten Bienwaldautobahn und den übrigen "Lückenschlüssen" die "Schleusen" für den Transitverkehr öffnen und nicht nur die Südpalz, sondern auch das nördliche Elsass mit gigantischen neuen Verkehrsströmen überfluten. Die Tatsache, dass die Schweiz ihre Straßen für den Gütertransitverkehr in absehbarer Zeit dicht macht, lässt einen zusätzlichen Effekt für die linksrheinische Seite erwarten.

 

Das Problem der Rheinbrücke ist erheblich brennender als das der Bienwaldautobahn.
Sinnvollerweise hätte ein ROV vorher, zumindest jedoch gleichzeitig oder gemeinsam mit dem ROV der Bienwaldautobahn durchgeführt werden müssen.
Das zur Zeit laufende ROV der Bienwaldautobahn beurteilt nur den Bereich bis zum Wörther Kreuz, eine zweite Rheinbrücke wird mit keinem Wort erwähnt. Es stellt damit nur einen Teil des Wörther Gesamtszenarios dar und wird isoliert betrachtet, obwohl gegenseitige Rückwirkungen eindeutig nachweisbar sind.

Damit ist jedoch auch eine Gesamtfolgenabschätzung für den Raum Wörth im laufenden ROV nicht möglich.
Dass das Verkehrsministerium wichtige Informationen zurückhält, ist ein Skandal
. Der Bevölkerung und den Trägern öffentlicher Belange, die zur Zeit angehört werden, verkauft man "die "Katze" im Sack".

Dies lässt nach Ansicht des BUND nur eine Stellungsnahme zu:
Die Forderung nach einem Aussetzen des Verfahrens bis zur vollständigen Offenlage aller Planungen.

 

Anlässlich der Vielzahl aktueller Straßenplanungen verabschiedeten auf Einladung des BUND Südpfalz, des Bürgervereins Knielingen sowie von Alsace Nature am 27.02.02  18 Naturschutzverbände, Bürgervereine und Initiativen der Südpalz, der badischen Seite und des nördlichen Elsass eine gemeinsame Resolution.

Gefordert wird die Darstellung des langfristigen Gesamtsverkehrsszenarios in der Region bei Realisierung aller "Lückenschlüsse" sowie die Untersuchung von Alternativen zum Straßenbau. Im europäischen Kontext soll eine integrierte Verkehrsplanung durchgeführt werden. Mit der im laufenden ROV der Bienwaldautobahn erneut deutlich gewordenen isolierten Planung einzelner Straßen ist zu brechen.

 

Länder- und grenzübergreifend sollen in den nächsten Wochen Kommunen, Verbände und Vereine und Privatpersonen der Region für die Resolution gewonnen werden. Nähere Informationen sind beim Regionalbüro des BUND in Landau (Tel. 06341/381671) und im Internet unter www.bund-pfalz.de/Verkehr/Resolution Knielingen.htm zu erhalten.


 

Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]

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