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03.02.03

 

Rheinübergang Karlsruhe: Umgehend Bau einer Ersatzbrücke zwischen den Brücken!

 

Durch den Bau einer "Ersatzbrücke" zwischen der vorhandenen Brücke und der Eisenbahnbrücke bei Maximiliansau ergäbe sich eine kostengünstige, wirtschaftliche und umweltverträgliche Möglichkeit, die dringend erforderliche Sanierung der bestehenden Brücke durchzuführen.

Der BUND fordert die umgehende Einleitung des Planungsverfahrens.

 

Vor dem Hintergrund der spätestens in 10 Jahren notwendig werdenden Sanierung der Rheinbrücke bei Wörth wurde vom Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz für den Sommer 2002 ein Raumordnungsverfahren (ROV) angekündigt.  Zurück ging diese Ankündigung auf die Kritik des BUND zum laufenden ROV Bienwaldautobahn, in dem die Problematik Rheinbrücke und Gesamtverkehrsentwicklung in der Region vollkommen vernachlässigt worden war. Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen. Ein ROV zur Rheinbrücke steht immer noch aus.

Im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes (BVP) werden zur Zeit drei Brückenstandorte diskutiert. Die erste Variante verläuft etwa 1,5 km im Norden, eine weitere unmittelbar nördlich neben der vorhandenen Brücke. Durch letztere wäre auch die Verkehrsführung des geplanten Fachmarktzentrums betroffen.  Beide Varianten erfordern eine Nordtangente bei Karlsruhe. Die dritte Variante ist eine Ersatzbrücke zwischen der vorhandenen Brücke und der Eisenbahnbrücke, im Bereich der früheren Kfz-Brücke. Mit etwa 27,1 Mio Euro läge die letzte Variante etwa bei einem Drittel der Kosten der ersten Variante. Das Nutzen-Kostenverhältnis wäre um das dreifache günstiger. Die Gesamtbilanz bei Lärm- und Schadstoffbelastung sowie Flächenverbrauch deutlich überlegen.

Vom Verkehrsministerium wie von der CDU wird die nach dem BVP teuerste, unwirtschaftlichste und umweltschädlichste Variante, 1,5 km nörd-lich der bestehenden Brücke, favorisiert. Begründet wird dies mit prognostizierten Verkehrszuwächsen und der Absicht, eine zusätzliche Querachse zwischen der rechtsrheinischen A 5 und der A 65 auf pfälzischer Seite zu schaffen  -  mit schlimmsten Folgen für die Anwohner beiderseits des Rheins:

Mit dieser Brücke und einer Nordtangente bei Karlsruhe käme Knielingen zwischen der vorhandenen und der neuen Verkehrsachse in eine "Lärmzange". In der Pfalz würde zwangsläufig durch Verkehrsverlagerungen aus dem rechts-rheinischen Bereich der Verkehr zwischen Jockgrim und Kandel-Süd sehr stark zunehmen. Weitere Straßenbaumaßnahmen wären zu erwarten. Auch der Druck zum Bau der Bienwaldautobahn würde deutlich zunehmen.

Nach den vorliegenden Prognosen würde die erste Variante das Verkehrsaufkommen auf der vorhandenen Brücke (z. Zt. bis zu 100.000 Kfz/Tag) keinesfalls reduzieren, mit der zusätzlichen Verkehrsquerachse jedoch weitere 30.000 Fahrzeuge pro Tag neu in die Region bringen. Damit käme es zu einer weiteren Verschärfung der heute schon problematischen Schadstoff- und Lärmsituation. Anstelle einer Entlastung von Maximiliansau ist eine Verschlechterung der Lebensqualität in der gesamten Region zu erwarten. Aus diesem Grund lehnt der BUND eine Rheinbrücke 1,5 km nördlich der vorhandenen kategorisch ab. Vor dem Hintergrund der dramatischen Haushaltssituation von Bund und Ländern kann diese Variante nach Ansicht des BUND in keiner Weise gerechtfertigt werden.

Dagegen fordert der BUND, die prognostizierten Verkehrszuwächse durch einen raschen Ausbau der alternativen Möglichkeiten zu bewältigen und gleichzeitig die Sanierung der vorhandenen Rheinbrücke durch den Bau einer Ersatzbrücke zwischen den Brücken zu ermöglichen. Neue Verkehrsströme sollen vermieden, der Fluss der vorhandenen im Sanierungsfall je-doch gesichert werden.

Der BUND sowie die Unterzeichner der länder- und grenzüberschreitenden Resolution von Knielingen, -  das sind eine Vielzahl von badischen, pfälzischen und elsässischen Bürgervereinen, Interessensgemeinschaften, Verbänden, Bürgerinitiativen u.a.  -  fordern, die notwendige Planung für den Bau einer Ersatzbrücke zwischen den Brücken umgehend einzuleiten. In jedem Fall ist zu verhindern, dass sonstige Raumplanungen eine wirtschaftliche und umweltgerechte Lösung des Problems unmöglich machen.  Aufgrund der immer näher rückenden Sanierungsnotwendigkeit der vorhandenen Rheinbrücke ist eine weitere Verschleppung des schon seit einem Jahr angekündigten ROV nicht länger zu verantworten.


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Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

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