++ [Verkehr-Startseite] ++ [weitere Artikel zu A65/B9] ++
15.02.2006Planfeststellungsbeschluss Verkehrssicherheit B 9
Rasen können wichtiger als Sicherheit?
Unfälle werden an Zahl und Schwere zunehmen
Einspruchsmöglichkeit bis Mitte Februar
Der im Januar eingegangene Planfeststellungsbeschluss zum
Planfeststellungsverfahren "Maßnahmen zur Verbesserung der
Verkehrssicherheit auf der B 9, Abschnitt L 554 bis Kandel-Süd"
hat alle Anregungen der verfahrensbeteiligten sechs Umweltverbände
ausnahmslos und in nicht zu überbietender Unerbittlichkeit
abgeschmettert.
Die Behörde beschränkt sich auf bauliche Maßnahmen, die
Verkehrsbeschleunigung und damit größere Sicherheitsrisiken
bezüglich Zahl und Schwere von Unfällen nach sich ziehen dürften
(vgl. Unfallhäufigkeit auf B 9-Abschnitt bei Germersheim).
Im Verfahren hatten die Verbände betont, dass ihnen solche baulichen
Veränderungen in Form von Fahrbahnverbreiterung und Kurvenausbauten
nur gekoppelt mit verkehrsregelnden und verkehrsbegrenzenden
Maßnahmen verantwortbar erscheinen.
Im Unterschied zu den von der Genehmigungsbehörde alleine
favorisierten baulichen Veränderungen wären die Forderungen der
Umweltverbände schnell und reibungslos umzusetzen. Gefordert wurde
unter anderem:
Durchgehendes Überholverbot zur Vermeidung von Frontalzusammenstößen
Festsetzung einer Höchstgeschwindigkeit auf gesamter Strecke zwecks Harmonisierung der Fahrgeschwindigkeit, was sich z. B. auf der Karlsruher Südtangente recht gut bewährt hat
Wiedereinsetzung der stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen
Aufstellung von Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen
Weitere intensive Kontrollen durch die Verkehrspolizei, die in der Vergangenheit zu einer deutlichen Reduzierung der Unfälle geführt haben.
Dagegen bleiben die kostenträchtigen baulichen
Sicherheitsvorkehrungen für sich alleine und ohne Flankierung durch
diese verkehrsregelnden Maßnahmen teilweise wirkungslos, teilweise
bewirken sie das glatte Gegenteil der anzustrebenden
Verkehrssicherheit.
Dies gilt in vollem Umfang für Wildunfälle in der überaus
artenreichen, unter europäischem Schutzstatus stehenden
Waldlandschaft des Bienwaldes.
Bereits jetzt machen Unfälle mit Beteiligung der frei lebenden
Tierwelt über 20 Prozent des gesamten Unfallgeschehens aus.
Es ist davon auszugehen, dass die von den Planern gewollte
Verkehrsbeschleunigung eine direkt proportionale Steigerung dieses
Unfalltypus bewirken wird. Es kommt nicht nur zu mehr Kollisionen
mit Wildschweinen und Rehen, dezimiert werden auch die Populationen
von Wildkatze und seltenen Vogelarten wie Ziegenmelker und Spechte.
Eine schnelle Straße wirkt in der Natur wie eine Kreissäge.
Die Verbände lassen überprüfen, ob auf dem Klageweg eine derartige
Vernachlässigung des Sicherheitsaspektes zugunsten eines Freibriefes
fürs Rasen gestoppt werden kann. Mitte Februar läuft die
Einspruchsfrist ab.
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz, BI Bienwald
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
++ [Verkehr-Startseite] ++ [weitere Artikel zu A65/B9] ++ [oben ] ++