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06.11.02

 

JOCKGRIM: Bürgerinitiative zur Ortsrandstraße

 

Die kürzlich gegründete "Bürgerinitiative Jockgrim für den Erhalt der Lebensräume für Mensch und Natur" trat am Mittwoch erstmals an die Öffentlichkeit.

Thema des Abends, zu dem rund 15 Zuhörer gekommen waren, war ein Verkehrsgutachten der Firma Modus Consult Ulm. Das Gutachten der Ulmer Firma beschäftigt sich mit dem Verkehrsströmen in den Gemeinden Rheinzabern und Jockgrim und wurde den Bürgern bereits in zwei Einwohner-Versammlungen im Spätsommer vorgestellt.

 

Der Vorsitzende der Bürger-Initiative, Walter Niedermeyr, nannte als vorrangiges Ziel des Vereins die "Vermeidung des Baus der Ortsrandstraße Teil 2" im Südwesten von Jockgrim. "Wir, die Initiative, wollen Gründe gegen den Bau dieser Straße liefern und diese Gründe mit Fakten belegen", begründete Niedermeyr die Auseinandersetzung mit dem Gutachten.

Norbert Schmitt stellte die Ergebnisse der Modus Consult Studie vor, ergänzte sie und übte Kritik an Punkten, die nach seiner Meinung so nicht stehen gelassen werden könnten. Als erstes bemängelte er, dass ein Drittel des Gutachtens vom Land bezahlt worden sei. Mit Hilfe der Verkehrs-Untersuchung hätte das Land seine Lücken im Straßenkataster schließen können, die Fragestellungen des Gutachtens hätten darauf abgezielt.

Weiter kritisierte er die Art der Erfassung des Verkehrsaufkommens vor Ort. Außerdem sah er gravierende Mängel bei der Interpretation der am 19. März 2002 ermittelten Zahlen. Schmitt legte dazu abweichende Zahlen vor, die er anhand der Verkehrsflüsse errechnet hatte. Als künftiges Schreckgespenst warf der Referent das Wort einer "Industriestraße" in den Raum. Nach der Meinung von Schmitt und Herbert Jäger (Pollichia) gibt es Bemühungen einiger Kommunalpolitiker, von Industriegebieten in Landau und Offenbach bessere Verkehrswege für Lastkraftwagen nach Wörth zu schaffen. Wenn, so befürchtete auch Niedermeyr, der zweite Teil der Ortsrandstraße gebaut würde, könnten die LKWs über Herxheim und Hatzenbühl um Jockgrim herum schnell und günstig zum Landeshafen Wörth und zum dortigen Industriegebiet gelangen. Als Lösung schlug Schmitt deshalb vor, nördlich von Hatzenbühl eine Querspange zur Umgehungsstraße um Rheinzabern zu bauen, so dass der Verkehr auf diesem Weg schnell zur B 9 geleitet werden könnte. - Als Fazit seiner eigenen Berechnungen meinte Schmitt, dass zwar der Durchgangsverkehr in Jockgrim aus und nach Hatzenbühl zu 90 Prozent auf die Ortsrandstraße abwandern würde. Der zweite Bauabschnitt der Orts-Umgehung sei aber trotzdem abzulehnen, weil dadurch wertvolle Naturräume zerstört würden. Die Luft würde durch eine Verkehrszunahme noch mehr verschmutzt, so Niedermeyr. Als Lösung der innerörtlichen Verkehrs-Probleme forderte er deshalb ein Gesamtverkehrskonzept für den Ort, an dem die Initiative arbeiten werde.

Quelle:RON - RHEINPFALZ ONLINE, Montag, 4. Nov , 03:45 Uhr


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