++ [Verkehr-Startseite] ++ [weitere Artikel zu A65/B9] ++
13.01.2006
LANDAU. Der BUND bietet allen
Gegnern der sog. Hagenbach-Linie ein strategisches Gespräch an. Das
Ziel sollte sein ein breites strategisches Bündnis zur
Vermeidung dieses für Mensch und Natur verheerenden
Straßenprojektes. Im Lichte der erkennbaren demographischen und
energiepolitischen Entwicklung seien Planungen dieser Art
hoffnungslos veraltet.
Die für das Projekt unterstellten Verkehrszuwächse lassen sich
angesichts verkehrswissenschaftlicher Befunde nicht mehr aufrecht
erhalten. Daher sollten die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit des
Vorhabens sowie mögliche Alternativen von neutralen und unabhängigen
Gutachtern untersucht werden. Dies sind wesentliche Aussagen, die
die jüngste Mitgliederversammlung des BUND Südpfalz zum Thema
Bienwaldautobahn erbracht hat.
So wurde vermutet, dass das
„Schutzgut Mensch“ Planern und Mainzer Politikern völlig aus dem
Blickfeld geraten sein müsse.
Dies gehe aus folgenden Details des raumordnerischen Entscheids
hervor:
§ Mit einer Hagenbach-Linie werde die Bevölkerung der Stadt Hagenbach einem Lärm und Abgasteppich ausgesetzt und völlig von ihrem ortsnahen Naherholungsgebiet im kommunalen Wald abgeschnitten. Dies gelte auch in etwas geringerem Maß für die Ortsgemeinde Berg.
§ Die Stadt Wörth und die Ortsgemeinde Maximiliansau würden durch groß dimensionierte Umbaumaßnahmen am Wörther Kreuz eine massive zusätzliche Verlärmung sowie eine weitere Steigerung der Spitzenwerte bei der Ozonbildung in immer heißer werdenden Sommern hinnehmen müssen.
§ Durch die geplanten Rückbaumaßnahmen (Teilstrecken der B 9, L 540, K 19) werde Büchelberg an einer massiven Zunahme des innerörtlichen Verkehrs zu leiden haben. Von Westen her nämlich würde Hagenbach nur noch über die Autobahn oder aber über Schleichwege durch den Bienwald zu erreichen sein.
Die jetzt beabsichtigte Hagenbach-Variante löse durch den damit verbundenen Straßenrückbau erhebliche Verkehrszunahmen im westlichen Bienwald aus. Somit werde das besonders zu schützende Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes westlich der B 9 mit seiner ökologischen Wertigkeit nicht entlastet, sondern vielmehr massiv belastet. Diese anschwellenden Verkehrsmassen durch Verlagerung von regionalem Nord-Süd-Verkehr betreffen die K 16 (Minfeld – Büchelberg – Scheibenhardt), die L 545 (Steinfeld – Scheibenhardt) und die K 23 (Schaidt – Scheibenhardt). Dargestellt sei dies alles bereits im Verkehrsgutachten für das alte Raumordnungsverfahren.
Empörenderweise werde der Region vorenthalten, wo im Variantenvergleich tatsächlich die geringsten Beeinträchtigungen eintreten werden. Denn der jetzt vorgelegte RO-Entscheid unterlasse es, einen abschließenden Vergleich der drei Hagenbach-Varianten mit der Ausbauvariante der B 9-Trasse vorzulegen.
Angesichts der aktuell rund 10.000 Fahrzeuge täglich (und der bevorstehenden und von Ministerpräsident Kurt Beck begrüßten Maut auf der elsässischen A 35 für Schwerlastverkehr im Transit) frage man sich, wie die Landesregierung auf 18.000 bis 20.000 Fahrzeuge zur Rechtfertigung ihrer Autobahnpläne im Bienwald komme. Autobahnen baue man schließlich erst ab einem Verkehrsaufkommen von mindestens 25.000 bis 30.000 Fahrzeugen.
Und angesichts des Bevölkerungsrückgangs, der sich bundesweit seit 1999 vermindernden Verkehrszahlen und der sich abzeichnenden weltweiten Energiesituation dränge sich dem unbefangenen Beobachter der Eindruck einer veralteten Verkehrspolitik nach veralteten Daten und nach veralteten Zielvorstellungen auf.
Die Straßen im Bienwaldraum, namentlich die B 9, werden in ihrer heutigen Form künftig weniger Verkehr zu verkraften haben.
Mit diesem Tunnelblick unserer politischen Eliten möge zusammenhängen, dass der Region Südpfalz hartnäckig eine Gesamtdarstellung der verkehrlichen Situation bei Fertigstellung sämtlicher „Lückenschlüsse“ verweigert werde. Dies betreffe neben der Bienwaldautobahn die 2. Reinbrücke mit Nordtangente Karlsruhe und Anschluss rechtsrheinische A 5, den 4-spurigen Ausbau der B 10 sowie die Westumgehung von Straßburg.
All das seien Projekte, die bei der betroffenen Bevölkerung ausnahmslos heftig umstritten sind.
Der BUND bleibt bei seiner klaren
Position:
Eine Bienwaldautobahn wird nicht benötigt, eine verkehrssicher
ausgebaute B 9 im Planungsraum reicht.
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Südpfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
++ [Verkehr-Startseite] ++ [weitere Artikel zu A65/B9] ++ [oben ] ++