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24.07.2000Bündnis gegen die Bienwaldautobahn: "Aussetzen des Raumordnungsverfahrens ein wichtiger Erfolg"
Auf ihrer Sitzung am vergangenen Montag haben die Mitglieder des grenzübergreifenden Bündnisses gegen die Bienwaldautobahn das Aussetzen des Raumordnungsverfahrens zur A65 als einen ersten großen Erfolg bewertet.
Das Bündnis, das sich aus den Umweltverbänden ALSACE NATURE, BUND, NABU und, den Bürgerinitiativen Hagenbach und Wörth sowie den Interessengemeinschaften Jockgrim und Neulauterburg zusammensetzt, hatte sich im März dieses Jahres gegründet, um eine Autobahn durch den Bienwald, unabhängig von der Trassenvariante, zu verhindern. Schwerpunktthema der Sitzung am Montag war die Beurteilung der aktuellen Situation einschließlich der Konsequenzen, die sich für die weitere Arbeit ergeben.
"Natürlich sind die Bestrebungen zur Realisierung des Lückenschlusses nicht aus der Welt. Aber es ist uns gelungen, den politischen Widerstand zu mobilisieren und uns damit auch landesweit Gehör zu verschaffen", so Egon Kropp, Vorsitzender der Bürgerinitiative Hagenbach. "Die Menschen hier haben erkannt, dass ihnen die Autobahn nur zusätzliche Belastungen ungeheuren Ausmaßes bringt".
Michel Dubromel aus dem Elsass, Verkehrsreferent von Alsace Nature, ist ebenfalls erleichtert, dass die Realisierung der Autobahn wieder in die Ferne gerückt ist. Denn nicht nur über die Pfalz, auch über das Elsass würde nach vollendetem "Lückenschluss" im Bienwald eine unvorstellbare Verkehrslawine mit täglich zehntausenden LKW´s zusätzlich rollen.
"Wir werden den vielen Bewohnerinnen und Bewohnern der elsässischen Gemeinden an der A35 deutlich machen, was da an zusätzlichem Lärm, Abgasen und an weiteren Straßenbaumaßnahmen auf sie zukäme. In Straßburg wäre als Folge der Bienwaldautobahn sogar mit einem regelrechten Verkehrsinfarkt zu rechnen."
Auch elsässische Bürgermeister, die die deutschen Autobahnplänen großenteils mit wachsender Skepsis betrachten, sollen in die Aktivitäten des Bündnisses integriert werden
"Der Verfahrensstopp ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt das bestmögliche Ergebnis, das zu erreichen war", schätzt Bettina Lisbach vom BUND die Lage ein. "Die jetzige Entscheidung führen wir auch auf die von uns geleistete Informationsarbeit zurück.
Nach und nach hat sich dadurch in der Region eine Stimmung gegen die Bienwald-Autobahn durchgesetzt, die dazu geführt hat, dass vor der Landtagswahl keiner mehr das heiße Eisen anpacken will. Wir hoffen natürlich, dass die Bienwald-Autobahn auch darüber hinaus noch möglichst lange auf Eis liegt.
Trotzdem bereiten wir uns jetzt schon auf den Fall vor, dass die Planungen irgendwann in überarbeiteter Form wieder auf den Tisch kommen.".
In den nächsten Wochen will sich das Bündnis in erster Linie mit der Bedeutung des Bienwalds als FFH-Gebiet und mit alternativen Verkehrskonzepten zur Vermeidung einer elsässisch-pfälzischen Transitstrecke beschäftigen.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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