++ [HOME] ++ [AKTUELL] ++ [THEMEN] ++ [Artikel Lokale Agenda 21] ++
12.11.02
NACHHALTIGE ARBEITSPLÄTZE DURCH EINE REGIONALE ENERGIEWENDE
Statt Klimaschutz
Umweltzerstörung durch mehr Flugverkehr
Vor wenigen Wochen erst erschütterte die große Flut in Ostdeutschland die
Menschen.
Angesichts seiner persönlichen Eindrücke bekannte selbst der „Autokanzler“
Gerhard Schröder auf dem Klimagipfel von Johannesburg, was kein seriöser
Klimaforscher mehr bestreitet: Der durch Menschen verursachte Klimawandel ist
Realität.
Ungeachtet dessen propagiert die SDP - F.D.P. -
Landesregierung von Rheinland-Pfalz den weiteren ungehemmten Ausbau des Flughafen
Hahn unter dem Motto Zukunft ausbauen. Wie sieht denn diese Zukunft aus?
In seiner 1999 verfassten Studie beschreibt das Forums Umwelt- und Entwicklung die
Dachorganisation der deutschen Nichtregierungsorganisationen im Umwelt- und
Entwicklungsbereich (mit Beraterstatus bei der UNO) diese Zukunft so:
Weltweit wird eine Verdoppelung des Flugverkehrs bis zum Jahre 2015
erwartet, und im moderaten Szenario versechsfacht sich die Verkehrsleistung im
Flugverkehr bis 2050
Zu den Folgen heißt es weiter:
Bei einer Trendfortschreibung werden alleine die Klimaemissionen des
Flugverkehrs in der Mitte des Jahrhunderts beinahe die Größenordnung dessen
erreichen, was die Menschen langfristig insgesamt in die Atmosphäre ausstoßen
können, um das Klimasystem nicht zu verändern.
Anscheinend davon unberührt wird der Ausbau des Flughafens Hahn forciert, vor
allem durch die Bereitstellung hochsubventionierter Infrastrukturmaßnahmen aus
Steuergeldern, was neben der Klimazerstörung zu weiterem Landschaftsverbrauch,
steigendem LKW-und PKW-Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung führen wird.
Der Gegenwert? Eine noch größere Arbeitsplatzabhängigkeit vom Billigflieger
Ryanair und von Billigfrachtfluggesellschaften.
Oder macht es etwa Sinn, mit LKWs z.B. Paprikas zum Hahn zu karren, um sie von
dort aus nach Moskau, Peking und Tokio zu fliegen?
Nein - Klimaschutz ist das Gebot der Stunde!
Dem Flugzeug gegenüber der Bahn z.B. den Vorzug zu geben, bedeutet, ein bis zu
hundertmal klimaschädlicheres Transportmittel zu wählen. Ein fairer Wettbewerb
zwischen Bahn und Flugzeug erfordert es geradezu, die Steuerfreiheit auf
Flugkerosin aufzuheben.
Kurzstreckenflüge unter 500 km müssten sofort eingestellt werden. Und ähnlich
wie "Rauchen schadet der Gesundheit" auf der
Zigarettenschachtel sollten Flugtickes den Hinweis "Fliegen gefährdet
das Klima" erhalten!
Wir plädieren dafür, den weiteren Ausbau des Flughafens Hahn zu stoppen und
stattdessen all unsere Kräfte in der Region auf den flächendeckenden Ausbau
aller erneuerbaren klimafreundlichen Energieträger (Biomasse, Wasser, Wind,
Sonne) zu bündeln, wie es ansatzweise mit dem Projekt "Energielandschaft"
Morbach geschieht.
Damit können zahlreiche zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen werden!
Wir meinen: Es darf kein Freiheitsrecht auf Klima- und Naturzerstörung
geben, sondern wir sind als vernunftbegabte Wesen zur "Bewahrung der
Schöpfung" verpflichtet.
Verfasser:
Richard Pestemer (Koordinator
des 2. Regionalen Klimagipfels (8. - 10. 11. 2002 in Morbach)
Heide Weidemann
(Vorsitzende BUND-RLP und VBB; Vereinigung Bürger für Bürger e.V. -
www.VBBeV.de)
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de
++ [HOME] ++ [AKTUELL] ++ [THEMEN] ++ [Artikel Lokale Agenda 21] ++ [OBEN] ++