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17.02.03
Demographische Entwicklung in der Südpfalz: Lobenswerter Denkanstoß der Landrätin
BUND-Studie hat bereits
vieles vorgedacht
Landrätin Riedmaier hat sich ein großes Verdienst erworben mit ihrem Vorstoß
gegenüber der Öffentlichkeit und der Landesregierung, aus dem prognostizierten
Bevölkerungsschwund frühzeitig Konsequenzen für die Südpfalz und deren
Kommunalpolitik zu ziehen.
Dies ist u. a. ein Fazit der jüngsten Mitgliederversammlung
des BUND Südpfalz. Von Weitsicht zeuge es auch, dass sich ihre Gedanken durch
die Einbeziehung der kreisfreien Stadt Landau in gesamtsüdpfälzischem Rahmen
bewegen.
Der überparteiliche BUND ist in der komfortablen Situation, ohne taktische
Finessen loben und kritisieren zu können, wie er es von der Sache her geboten
hält. Hier ist Lob am Platze.
Grundsätzlich sieht die Umweltorganisation schon seit geraumer Zeit in der bis
2050 zu erwartenden demographischen Entwicklung eine Aufforderung, das Thema
Nachhaltigkeit und lokale Agenda 21 verstärkt auf die Tagesordnung zu setzen.
Insofern haben der BUND und sein Autor Oliver Decken, Landau, mit der bereits
1997 erschienenen und der Öffentlichkeit vorgestellten Studie
"Zukunftsfähige Südpfalz - Vorschläge zur ökologischen und ökonomischen
Erneuerung" (in Verbindung mit der Studie "Zukunftsfähiges
Rheinland-Pfalz" und "Zukunftsfähiges Deutschland", von MISEREOR
und BUND beim renommierten Wupperthal-Institut in Auftrag gegeben) in
wesentlichen Bereichen zu dem von der Landrätin angedachten "Pilotprojekt
für eine Modellregion" wichtige Vorarbeit geleistet. Materialreich und
gestützt auf reiches Quellenmaterial wird dort der Ist-Zustand analysiert und
werden Vorschläge für eine zukunftsfähige Entwicklung gemacht.
Wer dem Bevölkerungsrückgang vorsorgend Rechnung tragen will, muss Konsequenzen
ziehen in Fragen des Flächenverbrauchs, der Verkehrsentwicklung, des Umgangs
mit den verbliebenen Freiräumen sowie des Umgangs mit Energie. Eine weitere
Herausforderung ist auch darin zu sehen, dass endlich aus der 11 Jahre alten
UNESCO-Idee Biosphärenreservat
Pfälzerwald, zu dem auch noch der westliche Teil Landaus gehört,
herausgearbeitet werden muss, was an Nachhaltigkeitsgehalten und
Zukunftspotentialen in ihr steckt.
Brauchen wir wirklich all diese überdimensionierten Gewerbe- und Wohngebiete
sowie die Gigantomanie beim Straßenbau angesichts eines 2050 eingetretenen
Bevölkerungsschwundes um etwa 25 Prozent? Die heutige Politik muss dazu kommen,
sich die Perspektive der nächsten und übernächsten Generation anzugewöhnen!
Wenn die Gedanken der SÜW-Landrätin zur Tat werden sollen, dann müssen alle
verfügbaren politischen Instrumente mobilisiert werden; als da sind die vorhandenen
Agenda 21-Ansätze in den Kommunen, das Stadtmarketing der Stadt Landau, die in
den Ortsparlamenten oft vor sich hindümpelnden Umweltausschüsse.
In Erwartung weiterer Folgeimpulse, die von der löblichen Anregung der
Landrätin ausgehen müssen, wünscht sich die BUND-Mitgliederversammlung
möglichst bald ein Gespräch mit dem Umweltausschuss des Kreistages SÜW.
Das Querschnittsthema Umweltschutz gehört mitten hinein in das von der
Kreischefin angesprochene Aufgabenfeld. Es verbinden sich hierbei mit den
ökologischen sowohl ökonomische als auch soziale Ziele.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]
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