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08.10.2003
ATTAC:
Nein zu Hartz! Nein zur Verarmung von Arbeitslosen!
E-Mail- und Telefonaktion zum Mitmachen
Bitte schicken Sie diese Mail an FreundInnen und
Bekannte weiter.
Mit vielen können wir einen Unterschied machen!
Am Freitag, den 17. Oktober, wird der Bundestag neben der
Gemeindefinanzreform, der vorgezogenen Steuerreform und der
Steueramnestie auch über die Gesetzespakete zu Hartz III und
Hartz IV abstimmen. Hartz IV bedeutet, wie die gesamten
Sozialreformen, eine Zeitenwende:
Das Sozialsystem der Bundesrepublik soll unter dem Druck der wirtschaftlichen Globalisierung zusammengestrichen werden, obwohl das Land weiterhin reicher ist denn je.
Die Folgen der Massenarbeitslosigkeit sollen auf dem Rücken der Arbeitslosen ausgetragen werden, die in Zukunft zügig in die Sozialhilfe rutschen werden.
Jede Arbeit soll zumutbar werden.
Die Spaltungen zwischen Arm und Reich, aber auch zwischen West und Ost werden so massiv vertieft.
Verschiedene Abgeordnete von SPD und Bündnis
90/Grüne lehnen die skandalösen Pläne ebenfalls ab. Sie
überlegen oder haben schon angekündigt mit "Nein" zu
stimmen. Sie stehen nun als "Blockierer" unter enormem
Druck und werden regelrecht gemobbt. Kanzler Schröder hat
mit Rücktritt gedroht, sollten "seine Fraktionen" nicht
gehorchen.
Attac will den "Nein-Sagern" öffentlich das Rückgrat
stärken. Die Abgeordneten sind ausschließlich ihrem
Gewissen und nicht der Regierung verpflichtet. Die
Rücktrittsdrohungen des Kanzlers zeugen von einem
skandalösen Demokratieverständnis.
Deshalb rufen wir zu zwei Aktionen auf:
1.) Bitte schicken Sie an die zweifelnden Abgeordneten eine freundliche, aber bestimmte E-mail mit der Aufforderung, zumindest bei Hartz IV mit "Nein" zu stimmen.
2.) "Alle Telefone
klingeln gegen Sozialabbau":
Bitte rufen Sie am Mittwoch, den 15.10., möglichst viele
Abgeordnete aus Fraktionsspitzen und Ausschuss für
Wirtschaft und Arbeit an.
Wir wollen dem Sozialabbau nicht länger
tatenlos zusehen!
Bitte helfen Sie uns dabei!
Alle Details zu den beiden Aktionen finden
Sie unten.
Sabine Leidig, Sven Giegold, Werner Rätz
Attac AG Soziale Zukunft
P.S.: Auf unserer Webseite unter
http://www.attac.de/hartz
finden sich weitere Informationen und ein Werkzeug, mit dem
Sie eine Mail gleichzeitig an viele Abgeordnete schicken können.
Überblick
1.) Aktion
"Rückgrat stärken"
2.) Aktion "Alle Telefone klingeln gegen Sozialabbau"
3.) Worum geht es am 17.10. im Bundestag?
4.) Attac unterstützen!
1) Rückgrat stärken
Bitte schicken Sie jeweils eine freundliche, aber bestimmte
E-mail mit der Aufforderung zumindest bei Hartz IV mit "Nein"
zu stimmen. Unten sind alle Abgeordnete aufgelistet, bei denen
es besonders wahrscheinlich ist, dass sie "Nein" stimmen
könnten oder werden. Wenn dies Tausende machen, wird das im
Bundestag sicher zum Gesprächsthema, genauso wie in den
Massenmedien. Deshalb ist sehr wichtig, dass Sie eine Kopie
Ihrer Mail schicken an:
[email protected].
So können wir Sie auch über den Fortgang der Aktion informieren.
Folgende SPD-Abgeordnete haben bei der Abstimmung über die sozial
ungerechte Gesundheitsreform mit "Nein" gestimmt:
* Klaus Barthel, [email protected]
* Horst Schmidbauer,
[email protected]
* Fritz Schösser, [email protected]
* Ottmar Schreiner,
[email protected]
* Sigrid Skarpelis-Sperk,
[email protected]
* Rüdiger Veit, [email protected]
Folgende SPD-Abgeordnete haben der Gesundheitsreform zwar zugestimmt,
aber öffentlich erklärt, dass sie eigentlich dagegen sind:
* Christine Lucyga,
[email protected]
* Horst Kubatschka,
[email protected]
* Florian Pronold, [email protected]
* René Röspel, [email protected]
* Waltraud Wolff, [email protected]
Eine Reihe von Abgeordneten von Bündnis 90/Grüne haben eine
Erklärung verfasst, in der sie das geplante Hartz IV-Gesetz
scharf kritisieren. Sie müssten nun eigentlich mit "Nein"
stimmen:
* Volker Beck, [email protected]
* Markus Kurth, [email protected]
* Peter Hettlich, [email protected]
* Cornelia Behm, [email protected]
* Jutta Dümpe-Krüger,
[email protected]
* Winfried Hermann,
[email protected]
* Thilo Hoppe, [email protected]
* Kerstin Müller, [email protected]
* Winfried Nachtwei,
[email protected]
* Friedrich Ostendorff,
[email protected]
* Claudia Roth, [email protected]
* Irmingard Schewe-Gerigk,
[email protected]
* Josef Winkler, [email protected]
* Werner Schulz, [email protected]
* Ursula Sowa, [email protected]
* Hans-Christian Ströbele,
[email protected]
[Bei der Abstimmung über die Gesundheitsreform hat sich lediglich
Werner Schulz enthalten, alle anderen Grünen haben zugestimmt.].
Damit es beim Versenden einfacher geht, hier noch mal alle
Adressen hintereinander:
[email protected],
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[email protected]
2) Aktion "Alle Telefone klingeln gegen
Sozialabbau"
In der Bundesrepublik hat es unseres Wissens noch nie ein
koordiniertes Anrufen bei Abgeordneten gegeben. In den USA
wurden damit schon gute Erfolge erzielt. Deshalb wollen wir
den weit verbreiteten Unmut über die ungerechten Sozialgesetze
in heißlaufende Telefone verwandeln. Am Mittwoch, den 15.10.,
also zwei Tage vor der entscheidenden Abstimmung über die
Hartz-Gesetze, ist auch ein Sitzungstag im Bundestag. Die
Abgeordneten sind also im Hause und werden von unserer Aktion
erfahren. Aus Gesprächen mit verschiedenen Abgeordneten wissen
wir, dass Anrufe von BürgerInnen durchaus wahrgenommen werden.
Bitte seien Sie am Telefon freundlich, aber bestimmt. Bedenken
Sie, dass Sie in der Regel die wissenschaftlichen
MitarbeiterInnen der Abgeordneten an der Strippe haben werden.
Damit es auch so richtig "rappelt", wollen wir die
Telefonaktion konzentrieren. Bitte rufen Sie einige der unten
angegebenen Telefonnummern der Ausschussmitglieder des für
Hartz zuständigen Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit an
und/oder die Fraktionsspitzen.
Vor allem: Erzählen Sie Bekannten von der Aktion und mailen
Sie diesen Aufruf weiter! Nur so werden sich viele beteiligen.
Hier die Nummern der Ausschussmitglieder und Franktionsvorsitzenden:
SPD
* Franz Müntefering (Fraktionsvorsitzender), 030/227-73731,
* Doris Barnett, Tel. 030/227-72072,
* Dr. Axel Berg, Tel: 030/227-72179,
* Hans-Werner Bertl, Tel. 030/227-71133,
* Klaus Brandner, Tel. 030/227-70001
* Wolfgang Grotthaus, Tel. 030/227-77396
* Hubertus Heil, Tel. 030/227-73710
* Rolf Hempelmann, Tel. 030/227-77712
* Walter Hoffmann, Tel. 030/227-72046
* Anette Kramme Tel: 030/227-71463
* Angelika Krüger-Leißner, Tel. 030/227-79339
* Christian Lange, Tel. 030/227-77102
* Christian Müller, Tel: 030/227-72458
* Karin Roth, Tel. 030/227-75247
* Thomas Sauer, Tel. 030/227-73547
* Wilfried Schreck, Tel. 030/227-71208
* Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Tel. 030/227-77344
* Dr. Rainer Wend 030/227-73131 oder 030/227-75407
* Engelbert Wistuba Tel. 030 / 227-72242, oder 030/227-72244
CDU
* Dr. Angela Merkel (Fraktionsvorsitzende), Tel 030/227-74401
* Wolfgang Börnsen, Tel. 030/227-77377
* Alexander Dobrindt, Tel: 030/227-75498
* Dr. Reinhard Göhner, Tel. 030/227-77128
* Robert Hochbaum, Tel: 030/227-77661
* Dr. Martina Krogmann, Tel: 030/227-77177
* Dr. Hermann Kues, Tel. 030/227-77509
* Karl-Josef Laumann, Tel. 030/227-77551
* Wolfgang Meckelburg, Tel. 030/227-73207
* Laurenz Meyer, Tel. 030/227-74905
* Dr. Joachim Pfeiffer, Tel. 030/227-75213
* Hans-Peter Repnik, Tel. 030/227-77074
* Dr. Heinz Riesenhuber, Tel: 030/227-77381
* Franz Romer, Tel. 030/227-71905
* Hartmut Schauerte, Tel. 030/227-73736
* Johannes Singhammer, Tel: 030/227-71294
* Max Straubinger, Tel. 030/227-71238
* Dagmar G. Wöhrl, 030/227-71706
Grüne
* Kathrin Göring-Eckart (Fraktionsvors.), Tel. 030/227-71928
* Krista Sager (Fraktionsvorsitzende), Tel. 030/227-72032
* Dr. Thea Dückert, Tel. 030/227-71547
* Michaele Hustedt, Tel. 030/227-71639
* Fritz Kuhn, Tel. 030/227-76896
* Werner Schulz, Tel. 030/227-71927
FDP
* Dr. Wolfgang Gerhard (Fraktionsvors.): Tel. 030/227-77976
* Rainer Brüderle, Tel: 030/227-73425
* Gudrun Kopp, Tel. 030/227-73691
* Dirk Niebel, Tel. 030/ 227 - 73409
3) Hintergrund: Worum geht es am 17.10. im
Bundestag?
Am 17.10. wird im Bundestag über die zweite Runde der
Hartz-Gesetze (Hartz III & Hartz IV) abgestimmt. Auch weitere
Gesetzentwürfe (Steuerreform, Amnestie für Steuerflüchtlinge,
Gemeindefinanzreform) stehen zur Abstimmung. Dazu wäre auch
viel Kritik anzubringen. Den tiefgreifendsten Schritt bedeutet
jedoch das Hartz IV-Paket. Danach soll das Paket in den
Bundesrat. Das bedeutet konkret:
* Abschaffung der Arbeitslosenhilfe durch Arbeitslosengeld II:
345 Euro West/331 Euro Ost (+ Wohngeld)
* Förderung von Niedriglohnjobs durch Einstiegsgeld und
Kinderzuschlag
* Jede legale Arbeit für Langzeitarbeitslose ist zumutbar,
sonst massive Kürzung der Leistungen
* Kürzung des Bezugs von Arbeitslosengelds auf 12 Monate
(18 Monate für Ältere)
* Anrechnung von Vermögen und Einkommen von Verwandten und
MitbewohnerInnen
Daniel Kreutz aus dem wissenschaftlichen Beirat von Attac
fasst die Bedeutung so zusammen:
Die Grundsatzbotschaft des Staates an Erwerbslose und
Beschäftigte, die sich mit der Kürzung der Bezugsdauer des
Arbeitslosengelds und der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe zu
Gunsten der 'Grundsicherung bei Erwerbslosigkeit'
(Arbeitslosengeld II) auf Sozialhilfeniveau verbindet, lautet:
Egal, welchen Beruf und welche Qualifikation Du hast, egal,
was Du vorher verdient hast, egal, welchen Lebensstandard Du
Dir erarbeitet hast - nach 12 Monaten Erwerbslosigkeit hast Du
nur noch Anspruch auf Armut - und den auch nur dann, wenn Du
bereit bist, Dein Leben unter amtliche Vormundschaft zu
stellen (verbindliche, sanktionsbewehrte
'Eingliederungsvereinbarung') und auch den miesesten Job
anzunehmen.
Nicht nur die Grundrechte auf Selbstbestimmung und
Berufswahlfreiheit werden verletzt, sondern auch das
Grundrecht auf Menschenwürde - denn Armut verletzt die
Menschenwürde.
Dies trifft besonders eine halbe Million Kinder, die durch die
Abschaffung der Arbeitslosenhilfe zusätzlich in Armut gedrückt
werden und denen mit den Regelungen der 'Grundsicherung bei
Erwerbslosigkeit' Verwahrlosung droht (so der Präsident des
Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers).
Nach Hartz IV kann von einer "Absicherung" des sozialen
Lebensrisikos der Erwerbslosigkeit keine Rede mehr sein. Der
lohnabhängige Mensch wird wieder zur Ware, nahezu schutzlos
den Risiken eines "freien" Arbeitsmarktes ausgesetzt, während
der Staat sich von der Bekämpfung der Erwerbslosigkeit
endgültig auf die Bekämpfung der Erwerbslosen verlegt.
Das ist strukturelle Gewalt gegen Millionen wehrloser
Menschen. Das ist nicht "modern", sondern ein Rückfall ins 19.
Jahrhundert.
4) Attac unterstützen!
Attac ist ein internationales Netzwerk, das sich für
Alternativen zur neoliberalen Globalisierung einsetzt. Wir
wollen verhindern, dass soziale Gerechtigkeit, Ökologie und
Demokratie im globalen Wettbewerb unter die Räder kommen. Über
100 bundesweite Organisationen und 13.000 Einzelpersonen haben
sich in Deutschland inzwischen angeschlossen. Unterstützen Sie
Attac durch Ihre Mitgliedschaft!
https://www.attac-netzwerk.de/mitmachen/mitglied.php
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das Sonderkonto unserer Mitgliedsorganisation:
"Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.",
Konto 200337319
Frankfurter Sparkasse 1822, BLZ: 500 502 01
Das Geld wird vollständig für die Attac-Kampagne verwendet,
und Sie erhalten am Jahresende eine Spendenquittung.
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