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17.10.02

 

Neue Heizkessel helfen kranken Bäumen

 

Waldzustandsbericht 2002: Eichen geht es besser, Buchen schlechter
 
"Sorgen machen die Buchen", sagte Umweltministerin Margit Conrad gestern in Mainz bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2002. Eine etwas positivere Entwicklung ist hingegen bei den Eichen zu verzeichnen. Insgesamt, so Conrad, gebe es keinen Grund zur Entwarnung. Bei der Modernisierung von Heizungsanlagen könne jeder etwas für den Wald tun. 

 

Bei der Überprüfung des Kronenzustandes von Buche, Eiche, Fichte und Kiefer ermittelten die Mitarbeiter der Trippstadter Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft insgesamt eine negative Entwicklung. So ging die Zahl der gesunden Bäume gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 38 Prozent zurück, während im Gegenzug die Zahl des deutlich geschädigten Bestandes um drei Prozent auf 24 Prozent anstieg. Der Waldzustand habe sich stabilisiert, liege etwa auf dem Niveau der 90er Jahre, so Conrad.

In der differenzierten Betrachtung einzelner Baumarten zeigt sich, dass bei den Buchen der Anteil deutlich geschädigter Bäume signifikant gestiegen ist, nämlich von 37 Prozent in 2001 auf jetzt 51 Prozent. Schwach geschädigt sind 31 Prozent (2001: 46 Prozent). Die Ursache hierfür ist nach Ansicht der Experten vor allem darin zu suchen, dass viele Buchen in diesem Jahr in den Baumkronen Früchte tragen. Dies sei durch die Wetterentwicklung im Frühsommer bedingt und gehe bei nicht optimalen Bedingungen stets mit einer Reduktion der Trieblängen und Blattgrößen einher. Nicht fruchttragende Buchen hätten ihren Kronenzustand gegenüber dem Vorjahr sogar leicht verbessern können, hieß es. Buchen sind vor allem in der Pfalz und im Hunsrück verbreitet. Für alle Baumarten gelte, dass keine lokalen Schwerpunkte beim Grad der Schädigung auszumachen seien.

Auch den Fichten geht es wieder etwas schlechter. Der Anteil deutlicher Schädigungen stieg um fünf Prozent auf 19 Prozent. "Die Fichte ist sicherlich ein Sorgenkind", so Conrad. Die Entwicklung bei den Kiefern ist demgegenüber recht unauffällig.

Deutlich besser stehen die Eichen da. Hier sank der Anteil deutlich geschädigter Kronen von 35 Prozent 2001 auf nunmehr 27 Prozent. Auch der Anteil ohne Schädigung stieg um fünf Prozent auf 24 Prozent. Aus Sicht der Wissenschaftler sind die prozentualen Veränderungen erst über den Verlauf von mindestens fünf Jahren aussagefähig. Bei den Eichen ist seit drei Jahren eine Tendenz zum Besseren erkennbar.

Für die Schädigung des Waldes verantwortlich ist der Schadstoffaustoß durch Industrie, Autos und Heizanlagen. Bei den Heizungsanlagen sieht Ministerin Conrad viel Verbesserungsbedarf. Wer etwas für den Wald tun wolle, sollte bei der Sanierung von Altbauten oder der Anschaffung neuer Heizungsanlagen über vorgeschriebene Umweltstandards hinausgehen, so Conrad.

Die Kosten würden durch Energieeinsparungen wieder reinkommen. Ansprechpartner sei unter anderem das Handwerk, das mit verstärkter Qualifizierung seine Beratungskomepetenz stärken wolle.

Quelle: RON - RHEINPFALZ ONLINE, Donnerstag, 17. Okt , 03:45 Uhr


 

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