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03.01.2000

BUND Landesverbandes RP: Konzeptionsloser Eiertanz

Naturschutz-Organisation kritisiert Kernzonen-Vorschläge für Pfälzerwald

MAINZ. Der BUND für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rheinland- Pfalz kritisiert die Kernzonen-Vorschläge des Mainzer Umweltministeriums für das Biosphärenreservat Pfälzerwald als "kaum zu Ende gedachte Auswahl".

"Die an sich erfreuliche neue Beweglichkeit in der Zonierungsfrage droht ein konzeptionsloser Eiertanz zu werden, sollten die vorgeschlagenen sieben Kernzonen das letzte Wort sein", reagierte der BUND-Landesvorsitzende Ulrich Mohr auf einen Rheinpfalz-Bericht vom 30.Dezember. Nach dem Entwurf des Ministeriums sollen sieben Areale mit einer Fläche von 3459 Hektar ausgewiesen werden, in denen der Naturschutz Vorrang vor anderen Nutzungen haben würde.

Bei dem kleinlichen Gerangel um Flächengrößen sollte ins Bewusstsein gehoben werden, dass gerade drei Prozent der Reservatsfläche zur Diskussion stünden, sagte Mohr. Kernzonen sollten auf Einzelflächen von mindestens 1000 Hektar Größe eigendynamische, vom Menschen weitgehend unbeeinflußte Prozesse hin zu den ursprünglichen, dem Standort eigentümlichen Lebensgemeinschaften ermöglichen. Im Pfälzerwald würden sich als im Endzustand flächendeckende Buchenbestände, teilweise mit Traubeneichen durchsetzt, ergeben.

Kernzonen gehören nicht an den Rand, sondern sind einzubetten in die als Puffer wirkende Entwicklungs- und Pflegezone, begründete der BUND-Vorsitzende seine Kritik. Mit "Drachenfels", "Bergstein", "Felsenmeer" und "Mittelkopf" würden ausgerechnet Gebiete genannt, die auf Grund ihrer künstlichen Waldstruktur vom angestrebten Entwicklungsziel eines für den Standort typischen Waldes am weitesten entfernt seien. Bis die dort vorherrschenden Douglasien- und Kiefernbestände umgewandelt wären, müsste ein Zeitraum von schätzungsweise 500 Jahren verstreichen.

Zudem wären die kleinflächigen Gebiete am Haardtrand einem enormen touristischen Nutzungsdruck und Zerschneidungen durch Verkehrswege ausgesetzt, so Mohr. Wie könne man dort Ruhe verordnen wollen, wo Unruhe unvermeidlich sei, fragt sich der BUND. Dagegen seien in den Tiefen des Pfälzerwaldes Buchenaltbestände vorzufinden, die auf Grund ihres Alters dem erwünschten Endzustand bereits relativ nahe stünden. Doch ausgerechnet diese Bestände seien nicht angemessen berücksichtigt worden.


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