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15.
02. 2005
Totes Holz
belebt den Wald
HINTERWEIDENTHAL/TRIPPSTADT: In Kernzonen des Pfälzerwalds Vorrat hoch
Die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in
Trippstadt erprobt zurzeit ein methodisches Verfahren, um Totholz im Wald
großflächig zu erfassen. Erstes Ergebnis: Der Totholzvorrat sei „erfreulich
hoch". Er liege in Kernzonen des Pfälzerwalds bei 35 Festmetern pro Hektar
Waldfläche, so die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd.
Auch wenn Spaziergänger sich manchmal über am Boden liegende Äste
und abgestorbene Baumstämme im Wald wundern: Nicht etwa „mangelnde Ordnungsliebe
der Förster" sei der Grund, warum Totholz im Wald bleibt, so Klaus Weichel,
Präsident der SGD Süd. Dies gehöre vielmehr zum Programm des Landes. Denn das
Totholz habe „eine ganz besondere Funktion im Ökosystem Wald", sagt
Weichel: „So widersprüchlich es klingen mag, Totholz bringt Leben in unsere
Wälder."
1500 Pilz- und 1300 Käferarten sowie zahlreiche Wirbeltiere
finden ihren Lebensraum in abgestorbenem Holz. Wenn die Stücke verrotten, werde
daraus „wertvoller Humus". Das Totholz könne mancherorts zudem auch zur
Hangstabilisierung dienen.
Die jetzt erfolgten Stichprobenerhebungen der Trippstadter
Experten fanden in den Kernzonen des Biosphärenreservats Pfälzerwald statt, also
zum Beispiel im Quellgebiet der Wieslauter zwischen Merzalben und
Hinterweidenthal. Als eine Art Inventur ist nun eine großflächige Erfassung des
Totholzes, von Weichel auch „biologisches Gold im Wirtschaftswald"
genannt, geplant.
Je nach Standort und Bestand werde aus waldökologischer Sicht ein Totholzvolumen
zwischen 15 bis 30 Festmeter pro Hektar empfohlen. Die Ergebnisse der Erhebung
sollen Förstern helfen, die Totholz-Lage vor Ort zu beurteilen. Bei Bedarf sind
in einem weiteren Schritt Strategien zur Totholzförderung oder gar ein
„gezieltes Totholzmanagement" vorgesehen.
Weichel appelliert an Waldbesucher, gerade in der winterlichen
Haupteinschlagsperiode „liegen bleibendes Holz positiver als häufig in der
Vergangenheit zu bewerten".
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pirmasenser Rundschau
Datum: Nr.33
Datum: Mittwoch, den 09. Februar 2005
Seite: Nr.14
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