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20.02.2000Naturschutzgroßprojekt "Bienwald und Randbereiche"
BUND fordert Integration von Kommunen, Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Vertragsnaturschutz bessere Alternative
Ein Hauptthema der jüngsten Mitgliederversammlung der BUND-Kreisgruppe LD/Südliche Weinstraße in Landau war das Naturschutzgroßprojekt "Bienwald und Randbereiche".
Zusammen mit dem im letzten Herbst gegründeten Förderkreis "Naturschutzprojekt Bienwald" setzt sich der BUND für das Zustandekommen des Naturschutzgroßprojektes ein. Er appelliert an die Kreise Südliche Weinstraße und Germersheim, die Trägerschaft für das Projekt zu übernehmen und die sich daraus ergebenden Chancen einer Wirtschaftsförderung in der betroffenen Region zu nutzen.
Besonders wichtig ist aus Sicht des BUND eine enge Kooperation mit allen Beteiligten, insbesondere mit Land- und Forstwirtschaft und mit den betroffenen Gemeinden. Denn, so Kreisgruppenvorsitzender Rüdiger Maul, "das Naturschutzgroßprojekt ist auch ein Stück Strukturpolitik und niemals gegen den Willen der Menschen vor Ort durchsetzbar".
Um dem Ziel eines "integrierten" Naturschutzgroßprojektes näher zu kommen, steht der BUND in Kontakt mir Land- und Forstwirtschaft. Die Gespräche mit den Landwirten hätten u. a. ergeben, dass eine extensive Grünlandbewirtschaftung in der Bruchbach-Otterbachniederung langfristig am sinnvollsten durch sog. Vertragsnaturschutz zu erreichen wäre. Dabei werden mit den Landwirten Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen, die Ausgleichszahlungen des Naturschutzes für Mindererträge festschreiben. So ließen sich die derzeitigen Einkommensverhältnisse der Landwirte sichern und die notwendige Akzeptanz von Seiten der Landwirtschaft schaffen. Das Mittel des Flächenankaufs zu Naturschutzzwecken hält der BUND dagegen höchstens in Einzelfällen für geeignet, die Ziele des Naturschutzgroßprojektes zu erreichen.
Um den Landwirten die Umstellung auf extensivere Bewirtschaftungsformen zu erleichtern, schlägt der BUND zusätzlich vor, eine Marktanalyse in Auftrag zu geben. Diese sollte Möglichkeiten und Potentiale einer regionalen Produktvermarktung z.B. von Fleisch aus extensiver Mutterkuhhaltung aufzeigen.
Die Gemeinden in Bienwaldrandlage sowie Bürgerinnen und Bürger sollten sich nach Ansicht des BUND ebenfalls auf die Möglichkeiten besinnen, die ihnen das Naturschutzgroßprojekt eröffne. So sei eine erhebliche Attraktivitätssteigerung für den Fremdenverkehr zu erwarten. Kommunen und Privatleute sollten darauf reagieren, indem sie Angebote für sanften Tourismus erweiterten und verbesserten.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de
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