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13.09.2002

 

Südtangente: Fluch oder Segen für die Bürger?
 

Umgehungsstraße sorgt für Zoff - SPD lädt ein
 

Die SPD-Fraktion im Stadtrat lädt die Bevölkerung zu einem "Forum Südstadt" am 26. September um 20 Uhr in den Versammlungsraum der Evangelischen Stadtmission in der Bismarckstraße 23 ein. Dabei geht es um die so genannte Südtangente, die umstrittene Verbindungsstraße zwischen Queichheimer Brücke und Weißenburger Straße. Mitarbeiter des Bauamts werden an diesem Abend die Pläne vorstellen.
 

Für Zoff ist gesorgt, bevor noch die neue Trasse überhaupt im konkreten Stadium ist. Im Landauer Stadtrat fand das Projekt eine breite Mehrheit quer durch die Parteien; selbst zwei von vier Grünen-Stadträten stimmten zu. Die Befürworter argumentieren, dass die Südtangente den Verkehr aus dem künftigen neuen Stadtviertel in der einstigen französischen Kaserne Estienne et Foch südlich der Cornichonstraße heraushalten kann. Marienring und Rheinstraße könne die große Zahl der Autos, die mit den neuen Bürgern in die Südstadt kommen, nicht mehr fassen.

Rund 40 Bewohner der Südstadt sehen das ganz anders. Sie gründeten im August die "Bürgerinitiative Südstadt - gegen die geplante Südtangente", unterstützt vom Verkehrsexperten des Bundes Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Willi Junker. SPD-Stadtratsmitglied Kurt Ludwig hat Junker in einer Reaktion mit einem "obskuren Wanderprediger aus dem Wilden Westen" verglichen (die RHEINPFALZ berichtete). Junker bezeichnet dies in einer Stellungnahme als "unterste Schublade, bösartig und verleumderisch". Der BUND-Mann fragt, wie lang die Landauer SPD solche "Entgleisungen" noch mittragen wolle und befindet: "Der Parteipolitiker Ludwig hat sich mit seinen unflätigen Äußerungen selbst aus dem Kreis ernst zu nehmender Diskutanten um das Thema Südtangente herausgekickt".

Auch der Verein "Südpfalz Mobil" spricht von "fehlender Fachkenntnis und Verantwortungslosigkeit" eines Ratsmitgliedes. Das neue Wohngebiet solle besser mit Bussen oder einem zusätzlichen Bahnhaltepunkt im Gleisbogen erschlossen werden, schlägt Vereinsvorsitzender Magnus Hellmich vor. Er fürchtet, dass die Lebensqualität der Bewohner der Südstadt und das Naturschutzgebiet Ebenberg durch Lärm und Schadstoffe belastet werden. Für die Erschließung des neuen Wohngebiets reichten Rheinstraße und Marienring, ergänzt durch einen Anschluss über die Eutzinger Straße. Hellmich glaubt, dass nach dem Bau der Südtangente die Autofahrer, die aus dem Osten Landaus in Richtung Bad Bergzabern / Weißenburg fahren wollen, nicht mehr die etwas längere Verbindung über die Autobahn-Anschlussstelle Landau-Süd benutzen, sondern dann die kürzere "Umgehungsstraße" befahren. Davon seien dann auch die Queichheimer und die Anlieger der Maximilian-, Dammühl- und Hainbachstraße betroffen. (gau)

 

Quelle: RON - RHEINPFALZ ONLINE, Freitag, 13. Sep , 03:45 Uhr


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