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10.12.2008

Ja zur Südumgehung

Beratungsresistenz der Kommunalpolitik

Lösungen mit Augenmaß statt Scheinlösung!

 

Manchmal – so scheint es – sind Politiker wie Roboter, die beratungsresistent und anscheinend vorprogrammiert ungebremst über ein Gleis rollen, das am Ende ins Nichts führt.
Das ist möglicherweise der Eindruck, den die neuerliche Zustimmung des Verbandsgemeinderats Bellheim zur Südumgehung der Ortsgemeinde Bellheim (vgl. Bericht der RHEINPFALZ vom 5. Dezember)  bei manchem Beobachter hinterlassen kann. Daher noch einmal aus Sicht des BUND Südpfalz folgende offenbar vom Verbandsgemeinderat kaum ernst genommene Gesichtspunkte. Es geht dabei um eine Lösung mit Augenmaß statt einer Scheinlösung:

·       Die erhoffte innerörtliche Verkehrsentlastung wird durch die geplante, weit nach Süden schwingende Schnellstraße nicht eintreten. Das belegen u. a. bundesweit erhobene Zahlen aus dem Bundesverkehrsministerium zur Entlastungswirkung von Ortsumgehungen. Der Binnen-, Ziel- und Quellverkehr geht unvermindert weiter, ja er kann wegen wegfallenden Durchgangsverkehrs eher noch stärker und schneller werden.

·       Die der vorgelegten Planung zugrunde liegenden Verkehrsprognosen stimmen nicht. Sämtliche Statistiken aus Bund und Ländern widerlegen die in seltener Monotonie von den Verkehrspolitikern vorgetragene Behauptung eines ständig weiter wachsenden Verkehrsaufkommens.

·       Dennoch kann im Fall Bellheim aus vielfältigem Erfahrungshintergrund gesagt werden: Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Denn eine Straße, der die Planer -  wie sie selbst bekennen und wie von der Kommunalpolitik bisher noch nicht wahrgenommen – eine überörtliche Transitfunktion zuweisen, wird Verkehr anlocken, der bisher über andere Korridore geflossen ist.

·       Zumindest bedenkenswerte Lösungsansätze zur Entlastung der Hauptstraßenbevölkerung sowie zur Vermeidung von Transitverkehr bietet eine offenbar  „vergessene“ Vision Ortskern 2020“. Sie wurde bereits im November 2004 im Namen des Standortmarketings der Verbandsgemeinde Bellheim hergestellt. Diese „Vision“ geht von einem System von Ortsrandstraßen aus, die den LKW-Verkehr aufzunehmen haben. Es wäre wünschenswert, dass auf der Grundlage der hier gemachten Vorschläge das Thema Durchgangsverkehr noch einmal in den zuständigen Gremien erörtert wird.

·       Um eine streckenweise und punktuell erforderliche Entlastung der Bevölkerung zu erreichen, muss die Kommunalpolitik endlich bereit sein, den vorhandenen Vorrat an verkehrstechnischen Entlastungsmöglichkeiten in der Hauptstraße auszuschöpfen. Hierzu würden gehören Querungshilfen, Kreisverkehr, Geschwindigkeitsbegrenzungen u. v. a. m. Darzustellen wären diese Möglichkeiten in einem von Expertenseite zu erstellenden Verkehrsentwicklungsplan für Bellheim.

 

Quelle: BUND Kreisgruppe Südpfalz


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