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16.11.2004
Mit
Südpfälzer Allianz gegen die Tunnel-Umgehung
DÖRRENBACH:
Bürgerinitiative in Gründung - Vorwurf an Straßenbauer: ¸¸Sind seit 1994 nicht
mehr informiert worden"
Auch in Dörrenbach bildet sich wie schon in anderen Orten eine
Bürgerinitiative, die die derzeit geplante B-427-Umgehung für Bad Bergzabern
ablehnt. Bei einer Bürgerversammlung am 22. November will sich die Initiative,
die laut Ortsbürgermeister Ralf Schmitt von der politischen Gemeinde voll
unterstützt wird, öffentlich vorstellen.
Das Ziel ist dasselbe: Den Bau der Südwest-Umgehung zu
verhindern. Die Sorgen der Dörrenbacher sehen aber etwas anders aus als die der
Umgehungs-Gegner in den B-427-Anliegerdörfern.
Sowohl BI-Initiator und Altortsbürgermeister Volker Hans als auch
den neu gewählten Ortschef treibt unter anderem um, dass rund acht Hektar
Gemarkungsfläche unter dem Abraum aus dem Tunnelbau verschwinden könnten. Nach
ihrem Wissensstand sei geplant, die Einkerbung östlich der B 38 in direkter
Verlängerung der aus dem Dorf herausführenden K 22 aufzufüllen. ¸¸Das ist bester
landwirtschaftlicher Lößboden", klagt Schmitt.
Angst haben die Dörrenbacher, die hauptsächlich vom Tourismus
leben, auch vor der Bauphase. Die rund zweieinhalb Kilometer lange
Umgehungsstrecke, von der anderthalb Kilometer als Tunnel geplant sind, verläuft
zu zwei Drittel über die - oder unter der - Dörrenbacher Gemarkung. Die mit drei
bis sechs Jahren angesetzte Bauzeit werde Touristen aus Dörrenbach vertreiben -
unter anderem deshalb, weil der äußerst beliebte Wanderweg von Bad Bergzabern
nach Dörrenbach unterbrochen werde, prophezeit Ortsbeigeordneter Volker Fauth.
Während der Auslegung des Planes im August haben sich die
Dörrenbacher - Gemeinde und Vereine wie auch Privatpersonen - bereits zu Wort
gemeldet. Die Einwendungen, erklärt Schmitt, variierten alle dasselbe Thema:
Nicht Korrekturvorschläge am Plan, sondern totale Ablehnung schlage der
Straßenbaubehörde entgegen.
Das liegt laut Schmitt und Fauth auch an dem
Kommunikationsgebahren der Behörde. ¸¸Wir sind seit 1994 nicht mehr informiert
worden", wettert Fauth. Und der Ortsbürgermeister kann anhand von Dokumenten aus
dem Gemeindearchiv belegen, dass schon vor zehn Jahren Gutachten zu den Themen
Lärm- und Luftbelastung sowie über den Einfluss des Tunnelbaus auf das
Grundwasser eingefordert wurden - die nie bei der Gemeinde ankamen. Stattdessen
sei man mit dem vorliegenden Plan im Sommer vor vollendete Tatsachen gestellt
worden.
Neben der Vorstellung im Dorf werden die nächsten Ziele sein,
sich den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) als ¸¸stärkstes Organ mit großer
Kompetenz" mit ins Boot zu holen, erklärt BI-Mitbegründer Rudi Barzen.
Außerdem strebe man eine Zusammenarbeit aller Umgehungs-Gegner in einer
¸¸Südpfälzer Allianz" an: Die Dörrenbacher BI werde sich absichtlich keine
juristische Form geben, da man diesen Schritt erst bei der Gründung einer
ortsübergreifenden Initiative für nötig erachte. (thom)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.265
Datum: Samstag, den 13. November 2004
Seite: Nr.23
BI verärgert
über Ablehnung von Widersprüchen
BAD
BERGZABERN/BIRKENHÖRDT: Gegner der Tunnel-Umgehung wollen eine Petition an
Landtag schicken
Etliche private Einsprüche gegen das Planfeststellungsverfahren
für die B-427-Umgehung für Bad Bergzabern sind mittlerweile vom Landesbetrieb
Straßen und Verkehr (LSV) zurückgewiesen worden. Das teilte Bernhard Jung von
der in Gründung befindlichen Bürgerinitiative gegen die Umgehung in Birkenhördt
mit.
Die Einwendungen, die nach der öffentlichen Auslegung im August
eingegangen seien, würden wegen dieser Fristversäumnis vom weiteren Verfahren
ausgeschlossen, heißt es im Antwortschreiben des LSV, das laut Jung an einige
Einwender verschickt wurde. Jung hat mittlerweile gegen diesen Bescheid
Einspruch erhoben.
Gegenüber der RHEINPFALZ erklärte der LSV Koblenz, dass auch die
nicht fristgerecht eingegangenen Einwendungen geprüft würden. Es werde einen
Erörterungstermin in Bad Bergzabern geben, zu dem alle Einspruchführer
eingeladen würden - was allerdings dem Bescheid ¸¸vom weiteren Verfahren
ausgeschlossen" in dem Schreiben des LSV widerspricht.
In den Augen der Umgehungsgegner ist der Kreis der als direkt
betroffen geltenden Gemeinden mit Dörrenbach, Bad Bergzabern und
Kapellen-Drusweiler zu eng gezogen. Dabei handelt es sich um Gemeinden, auf
deren Gemarkung laut derzeitigem Planungsstand gebaut werden soll. Die
Umgehungsgegner befürchten, dass die neue Straße besonders Lastwagen anziehen
wird. Damit würde die Lärm- und Abgasbelastung in umliegenden Gemeinden,
besonders aber in den Anliegerdörfern der B 427 wie Birkenhördt, Oberhausen,
Hergersweiler und Winden stark ansteigen. Auch diese Gemeinden gehörten deshalb
zu den Betroffenen und seien im bisherigen Verfahren nicht ausreichend beteiligt
gewesen, so die Argumentation der Umgehungskritiker.
Ein nächster Schritt besteht nun nach Auskunft Jungs darin, eine
Petition im Mainzer Landtag einzubringen. Mit dieser soll das Landesparlament
dazu gebracht werden, sich mit den zahlreichen Mängeln zu befassen, die das
Planungsverfahren nach Meinung der Umgehungsgegner enthält. Darunter ist unter
anderem nach den Recherchen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine zu
hohe Einstufung im Bundesverkehrswegeplan. Im Augenblick ist die Umgehung dort
mit der höchsten Dringlichkeitsstufe eingetragen. (thom)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.264
Datum: Freitag, den 12. November 2004
Seite: Nr.19
Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen.
Kontaktadresse:
BUND
Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
regionalbuero@bund-pfalz.de
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