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04.01.2007
„Statt Tunnelbau die Schätze
unserer Region heben“
Bügerinitiative B 427 sieht Chancen für Erhalt des Kulturraums
Mit Interesse verfolge die Bürgerinitiative B 427 Wasgau-Südpfalz, wie
sich die Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern in Sachen Tunnelbau in Position bringen, so BI-Vorsitzender
Andreas Lind in einer Presseerklärung.
Während der Amtsinhaber die Tunnelumgehung, die mit geschätzten 100
Millionen Euro Kosten das größte Investitionsvorhaben der Region seit
Menschengedenken sei, in seinen politischen Absichtserklärungen schlichtweg
verschweige, verwende sich der den Tunnel befürwortende Kandidat aus Birkenhördt bei dem Ministerpräsidenten des Landes noch immer für eine
Sperrung der B 427 für LKW-Transitverkehr.
Die Strategie sei durchsichtig, so Lind. Der Kandidat glaube offenbar, den
gigantischen Tunnelbau leichter argumentieren zu können, würde die Sperrung
bewilligt. Im umgekehrten Fall hätte er als Ortsbürgermeister eine passable
Erklärung seinen Birkenhördter Bürgern gegenüber.
“Ich hab‘s ja versucht, aber die da oben wollten nicht.“
Dieses Vorgehen, so Lind, lasse jedoch die Begründung des Projektes völlig
außer acht. Der Bund als Bauherr betrachte den Tunnel nicht als kleine
Ortsumgehung, sondern als erstes Teilstück einer überregionalen
Verkehrsverbindung zwischen der B 10 und der A 65.
„Nicht das Partikularinteresse der Kurstadt steht im Vordergrund, sondern der Umbau des Umlandes und unserer gesamten Region in eine europäische Fernverkehrstrasse. Und das mit ungeahnten Nachteilen für unsere Kulturlandschaft, den Weinbau, die Feriengäste sowie die Gesundheit und den Wohnwert von rund 30.000
betroffenen Bewohner.“
Die B 427 solle laut Planungsziel Entlastungsfunktion für die B 10
übernehmen – „mit noch mehr Lastern als bisher und zwar mit LKW-Verkehr,
der für Kaufkraft und Wertschöpfung in unserer Region überhaupt keine
Bedeutung hat, sondern nur durchrauscht, zugleich aber die Lebensqualität
aller herabsetzen und die touristische Attraktivität der Südpfalz
nachhaltig beeinträchtigen wird.“
Werde dieser Weg einmal beschritten, sei
nichts mehr wiedergutzumachen.
Vielmehr sei davon auszugehen, dass laut Aussage der Straßenplaner mit dem
Tunnelbau das noch bestehende Nachtfahrverbot für LKW aufgehoben werde. Die
aktuelle Entwicklung sei hingegen eine andere:
„Der weitere vierspurige
Ausbau der B 10 ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Und eine
Transit-Sperrung der B 427 dürfte das Aus für den Tunnel bedeuten. Er wird
ohnehin nicht gebraucht, zumal die Bevölkerungsentwicklung und das
Verkehrsaufkommen in der Region rückläufig sind.“
Es wäre daher ein Gebot
der Vernunft, dieses absurde Projekt aufzugeben und stattdessen die Schätze
der Region zu heben, „also die Einmaligkeit unserer Naturräume zu schützen,
Tourismus behutsam zu fördern und unnötigen Wirtschaftsverkehr zu
verbannen.“
Quelle: BIB 427 Südpfalz/Wasgau
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de