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29.10.2004

 

Orte gemeinsam gegen B 427 Tunnel

OBEROTTERBACH: Übergreifende Bürgerinitiative formiert sich - Info-Abend auch in Bad Bergzabern

Eine ortsübergreifende Bürgerinitiative (BI) gegen die B 427-Tunnelumgehung von Bad Bergzabern nimmt Gestalt an. Das wurde beim dritten Informationsabend des BUND am Mittwoch in Oberotterbach deutlich, wo sich die meisten Redner für eine ¸¸große" BI aussprachen.

¸¸Das wichtigste Potenzial Oberotterbachs, die ländliche Idylle, geht verloren", erklärte BUND-Vertreter Armin Osterheld, warum seiner Meinung nach auch das Dorf an der B 38 von dem rund zwei Kilometer entfernt geplanten Tunnel betroffen ist. Wie schon bei den Infoabenden in Birkenhördt und Oberhausen argumentierten Osterheld und BUND-Verkehrsexperte Willi Junker mit den hohen Kosten, Mängeln im Planungsverfahren und dem zu erwartenden Verkehrsanstieg auf der B 427 im Fall des Tunnelbaus. Hochrechnungen zufolge werde sich der Durchfahrtsverkehr nicht nur auf der B 427 selbst, sondern auch auf der angeschlossenen B 38 verdoppeln. Auch die Kosten sprächen gegen das Projekt, so Osterheld, da die kalkulierten 38,6 Millionen Euro auf einer veralteten Rechnung basierten. Konkreter wirtschaftlicher Schaden stehe dem Weinbau schon in der Bauphase ins Haus, so Junker: ¸¸Das Weinbaugebiet im Metzenbühl geht kaputt. Das müsste jedem Winzer in Oberotterbach eigentlich zu denken geben."

Eine ortsübergreifende Bürgerinitiative werde auch die Bürgerinitiative Oberotterbach (BIO) unterstützen, so Dr. Michael Schreiber. BIO besteht seit 2001 als Organisation der Gegner einer B 38-Ortsumgehung für Oberotterbach, hat sich aber nun auch der B 427-Thematik zugewandt. Von Seiten der Gemeinde erklärte Ortsbürgermeister Fritz Beck, dass die B 427 in der nächsten Gemeinderatssitzung ausführlich thematisiert werde.

Gegen Bad Bergzabern wolle man jedenfalls nicht arbeiten, betonte Osterheld - ganz im Gegenteil. Denn nach Ansicht des BUND wird die vorherrschende Luftströmung trotz Tunnel Abgase ins Kurtal transportieren. Damit werde die Luft sogar schlechter, wenn der Verkehrsfluss ansteige. Bernhard Jung und Andreas Lind als Vertreter der noch ungegründeten Bürgerinitiative in Birkenhördt erklärten dann, dass ein Informationsabend in Bad Bergzabern selbst anstehe. Hier solle auch über zu befürchtende Verluste für den Tourismus in der Kurstadt aufgeklärt werden.

Bürgerinitiativen gegen den Tunnel bilden sich auch in Oberhausen und Dörrenbach. Am Rande der Veranstaltung sagte Ursula Sauerhöfer aus Oberhausen, dass sich bereits über 50 Bürger auf einer Liste eingetragen hätten, darunter auch aus Winden und Hergersweiler. Auch der Dörrenbacher Ortsbeigeordnete Volker Fauth berichtete von einer in Gründung befindlichen BI in seinem Ort. (thom)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.253
Datum: Freitag, den 29. Oktober 2004
Seite: Nr.19


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