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29.10.2004
Oberhausen
für Umgehungen, nicht gegen Tunnel
BUND:
Schwerverkehr kommt
Wie schon vor drei Wochen in Birkenhördt hat der BUND am
Mittwochabend auch in Oberhausen seinen Standpunkt zur Tunnelumgehung der B 427
für Bad Bergzabern klar gemacht. Die gut besuchte Versammlung richtete sich an
Einwohner von Oberhausen, Hergersweiler und Winden, deren Ortsdurchfahrt die B
427 bildet.
Besondere Beachtung fanden die Infos zu den weiteren
Ortsumgehungen im Zuge der Bundesstraße in den Verbandsgemeinden Bad Bergzabern
und Kandel. Denn diese, erläuterte BUND-Mitglied Willi Junker, seien allesamt
¸¸in weiter Ferne" - einzig die Umgehung für die Stadt Bad Bergzabern befinde
sich im vordringlichen Bedarf.
Im Gespräch über die Umgehungen wurde aber auch klar, dass so
mancher Einwohner der drei Orte mit dem Bau der Tunnelumgehung einverstanden
wäre, gäbe es zugleich auch eine Umgehung für seinen eigenen Ort. So kam auch
der Vorschlag auf, nicht gegen die Tunnelumgehung in Bad Bergzabern, sondern für
eine Ortsumgehung in Oberhausen zu kämpfen - eine Überlegung, die spontanen
Applaus von den Zuhörern bekam, die allerdings auch nicht ganz im Sinne des BUND
sein dürfte.
Der von den Umweltschützern geladene Verkehrsexperte Hans-Peter
Kleemann aus Stuttgart versuchte dann auch klar zu machen, dass es generell
keine gute Idee sei, neue Straßen zu bauen. Denn nach der hypothetischen
Fertigstellung aller Ortsumgehungen habe man es erst recht mit einer
überregionalen Transitstrecke zu tun, die die Landschaft nachhaltig schädige.
An der Vorhersage des BUND, die Tunnelumgehung werde mehr
internationalen Schwerverkehr in die Anliegerdörfer bringen, meldete Windens
Ortsbürgermeister Roland Laubach Zweifel an: Es könne immerhin auch der Fall
eintreten, dass der Tunnel gebaut werde, die Lastwagenfahrer aber durch die
anderen Engstellen weiter davon abgehalten würden, die Strecke zu benutzen.
Diese Engstellen waren vorher bereits thematisiert worden - zum
Beispiel die ¸¸Schikane" in der Ortsdurchfahrt Oberhausen, in der nur Autos,
aber keine Lastwagen aneinander vorbeikommen, oder der Tunnel unter der
Bahnstrecke in Winden, den immer nur ein Fahrzeug in einer Richtung passieren
kann.
Kleemann verwies auf die Aussicht, dass das Nachtfahrverbot für
Lastwagen im Kurtal im Fall eines Tunnelbaus aufgehoben werde: ¸¸Es genügt schon
zu wissen, dass Lastwagen durch meinen Ort fahren, um als Ortsbürgermeister
hellhörig zu werden."
Die Bedenken des BUND teilt der Gastgeber, Ortsbürgermeister
Walter Jäger: ¸¸Wir wurden nicht informiert, obwohl wir nach der Fertigstellung
einen erheblichen Anstieg des Verkehrs zu erwarten haben", sagte er zu Beginn
der Veranstaltung.
Jäger, Laubach und ihr Hergersweilerer Amtskollege Helmut Heib
haben sich zwischenzeitlich mit einem Informationsblatt an die Bürger ihrer Orte
gewandt, mit dem sie dazu auffordern, sich vor den nächsten
Gemeinderatssitzungen bei ihnen zu Wort zu melden, damit die Haltung der
Menschen zu dem Thema bekannt ist, bevor es in den Sitzungen diskutiert wird. (thom)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.247
Datum: Freitag, den 22. Oktober 2004
Seite: Nr.19
Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen.
Kontaktadresse:
BUND
Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
regionalbuero@bund-pfalz.de
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