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24.11.2004
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Bürgerinitiative gegen Tunnelumgehung
DÖRRENBACH: 73
Bürger schließen sich an - Widerstand erstreckt sich mittlerweile bis Kandel
Wie vor anderthalb Wochen angekündigt, hat sich auch in
Dörrenbach eine Bürgerinitiative gegen den geplanten Bau der B 427-Umgehung für
Bad Bergzabern gebildet. 73 Bürger - von knapp 80 Anwesenden - haben sich am
Montagabend der Initiative angeschlossen.
Sie stellen sich damit hinter ihre politische Gemeinde, die bereits ihre
Ablehnung der Umgehungspläne artikuliert hat.
In der nächsten Zeit wollen die BI-Initiatoren Rudi Barz, Dr.
Peter Berlin, Klaus Pradel und Altbürgermeister Volker Hans im Dorf per
Hausbesuche weitere Mitstreiter um sich scharen. Ein Eintritt in einen Verein
ist damit nicht verbunden, denn die BI bleibt absichtlich ¸¸formlos", da sie
lediglich als Vorstufe einer ortsübergreifenden Initiative gedacht ist.
Letzterer sollen sich nach dem Willen ihrer Initiatoren dann Bürger aus allen
Orten anschließen, die von der Umgehung und dem prognostizierten Mehrverkehr auf
der B 427 betroffen sind.
Die Verbindungen stehen mittlerweile nicht nur innerhalb der Verbandsgemeinde
Bad Bergzabern, sondern bis in die Rheinebene: Aus dem Kandeler Ortsteil
Minderslachen, der an der Verbindungsstrecke zwischen der B 427 und der A 65
liegt, meldete Ursula Sauerhöfer von den Oberhausener Umgehungs-Gegnern
ebenfalls Widerstand gegen den Tunnelplan an.
Wie schon bei Informationsveranstaltungen in Birkenhördt,
Oberhausen und Dörrenbach skizzierte Armin Osterheld vom Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND) das Thema B 427-Umgehung. Er zeigte die Nachteile
auf, die das Projekt nach Meinung des BUND in finanzieller und
verkehrsplanerischer Hinsicht sowie für Umwelt und Tourismus nicht nur in
Dörrenbach, sondern auch in Bad Bergzabern, haben werde.
Besonders stark betroffen, darin ist sich Osterheld mit den BI-Gründern einig,
sind im Dorf die nahezu einzigen Wirtschaftszweige Tourismus und Weinbau.
Ersterer werde unter anderem deshalb leiden, weil Dörrenbach durch die Straße
von der ¸¸Mutter" Bad Bergzabern abgeschnitten werde.
Die Winzer würden nach derzeitigem Planungsstand nicht nur Weinbauflächen
verlieren, die unter dem Tunnelaushub verschwinden würden, sondern auch den
südlichen Tunnelausgang mitten in die Weinlage ¸¸Metzenbühl" gebaut bekommen.
Juristisch schätzt Osterheld die Chancen der Dörrenbacher, beim erhofften Stopp
des Projekts eine Schlüsselrolle zu spielen, nicht schlecht ein: Privatleute
seien für den Bau von Straßen schon öfter enteignet worden - Gemeinden seines
Wissens nicht.
Während im Oberotterbacher Gemeinderat zeitgleich eine Resolution
gegen die Umgehung verabschiedet wurde, wurden in Dörrenbach auch Alternativen
für die Bad Bergzaberner diskutiert.
In der Kurstadt fürchtet man nämlich um die Luftqualität, sollte
der Bundesstraßen-Verkehr weiter durch die Stadt rollen. Ob ein Tunnel gegen
diese Probleme helfe, sei noch nicht bewiesen, entgegnete Osterheld einen
entsprechenden Einwurf.
Der BUND halte es für angebrachter, ein innerstädtisches Verkehrskonzept für Bad
Bergzabern aufzustellen und darüber hinaus erst einmal die Hausheizungen im
Kurtal auf ihre Emissionen hin zu überprüfen. (thom)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.274
Datum: Mittwoch, den 24. November 2004
Seite: Nr.19
Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen.
Kontaktadresse:
BUND
Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
regionalbuero@bund-pfalz.de
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