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24.11.2004

 

Leserbriefe zu den Leserbriefen ¸¸Zusammenschluss aller Gemeinden" und ¸¸Keine Verdoppelung des Verkehrs" vom 09.11.2004, zur ¸¸Tunnel-Debatte" in Bad Bergzabern und zur Verkehrssituation in der Südpfalz im Allgemeinen:


Nächstes Mal gut zuhören

"Unsere Landschaft und unsere Tier- und Pflanzenwelt haben in unserer Gesellschaft doch wahrlich nur noch eine kleine Lobby. Deshalb finde ich es umso trauriger, dass Menschen, die sich für diese einsetzen, wie die Mitarbeiter des BUND, immer wieder auch persönlich angegriffen werden:
Menschen, die ohne wirtschaftliche Interessen und ohne Hinblick auf eine politische Karriere ehrenamtlich und mit großem Zeitaufwand die Mühe auf sich nehmen, hinter die Pläne der Politiker zu schauen und die Bürger zu informieren, wo dies von offizieller Seite aus Nachlässigkeit oder auch willentlich versäumt wird.
Zum Leserbrief von Herrn Füß aus Winden möchte ich anmerken, dass er sich selbst kein gutes Zeugnis ausstellt, Stellung zu beziehen, ohne nicht jedwede Möglichkeit der Information genutzt zu haben, und Herrn Bauer aus Klingenmünster ist entgangen, dass die Verkehrsverdoppelung Prognose der Planfeststellungsbehörde ist und keineswegs ein ¸¸fadenscheiniges Argument des BUND".
Ich würde beiden Herren empfehlen, bei den nächsten Veranstaltungen anwesend zu sein und gut zuzuhören."

Lucia Klingel, Oberotterbach


Saubere Luft jetzt einklagbar

"Der vierspurige Ausbau der B 10 ist an einigen Stellen unserer Region im vollen Gange. Doch was wird uns ein vierspuriger Ausbau der Bundesstraße und eine Ortsumgehung Bad Bergzabern in Form eines Tunnels wirklich bringen? Dass wir durch den Ausbau des Straßennetzes in unserer Region das Doppelte des bisherigen Verkehrs anziehen, wird jedem klar werden, der sich mit den offiziellen Planfeststellungsunterlagen des Landesbetriebs Straßen und Verkehr (LSV) auseinander setzt. Diese Vermehrung des Verkehrs wird zwar von offizieller Seite nicht verneint, seine, die Lebensqualität vernichtenden Auswirkungen werden aber heruntergespielt.

Wie wird unsere Lebensqualität vernichtet? ¸¸Durch überfüllte Straßen", ¸¸durch den entstehenden Lärm", ¸¸die doppelte Menge an Abgasen und Feinstäuben".

Doch nun endlich eilt uns die europäische Union zur Hilfe. Ab 1. Januar 2005 tritt die Brüsseler Luftqualitätsrahmenrichtlinie (96/92/EG) in Kraft. (...) Mit dieser Richtlinie und entsprechenden Messergebnissen im Rücken kann jeder Bürger ab dem Jahreswechsel saubere Luft einklagen und damit gleichzeitig langjährige kommunalpolitische Versäumnisse ans Tageslicht befördern.

Die Luftqualitätsrahmenrichtlinie schreibt beispielsweise vor, dass der Grenzwert von 50 Mikrogramm für krebserregende Feinstäube nur noch an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf (zum Vergleich der bundesdeutsche Rekord: 236 Mikrogramm an weit mehr als 100 Tagen in 2003). Dieses neu erlassene Regelwerk aus Brüssel zeigt, dass die Politik auf internationaler beziehungsweise auf europäischer Ebene beginnt umzudenken (...).

Nun stellt sich einmal mehr die Frage, warum fehlt den Politikern im südpfälzischen Raum dieser Weitblick, und warum planen sie nahezu sinnlose Straßen, ohne zu merken, das sie unsere Lebensqualität den Bach runtergehen lassen und unsere wunderschöne Landschaft den Straßenbauern (unwiederbringlich) zum Fraß vorwerfen.

Was können wir gegen diese Entwicklung tun? Sprechen Sie sich bei Ihren Bürgermeistern und Gemeinderäten eindeutig gegen den Ausbau der B 10 und den Bau der Tunnelumgehung Bad Bergzabern im Zuge der B 427 aus, senden Sie einen Einspruch an den Landesbetrieb Straßen und Verkehr (Planfeststellungsbehörde, Postfach 201365, 56013 Koblenz) und / oder treten Sie einer der zahlreichen Bürgerinitiativen Ihrer Region bei.
Nähere Infos zur Luftqualitätsrahmenrichtlinie unter
www.bund-rlp.de"

Andreas Behrend, Vorderweidenthal

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.273
Datum: Dienstag, den 23. November 2004
Seite: Nr.22


Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de

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