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18.01.2005
Leserbrief mit Bezug auf den Artikel „Mit Unterschriften Stadt auf Tunnel einschwören“ vom 18. Dezember 2004:
Na, dann frohe Weihnachten! Viel mehr kann einem wirklich
nicht einfallen, wenn man diese äußerst einseitige Stellungnahme des Stadtrates
Bad Bergzabern liest. Dieser Angriff gegen die Aussagen des Herrn Fauth,
(Ortsbeigeordneter von Dörrenbach) ist einfach nur lächerlich.
Herr Fauth klagt an, dass der Stadtrat durch die geringe Teilnahme an der
Bürgerveranstaltung des BUND ein absolutes Desinteresse und keinerlei
Diskussionsbereitschaft zeigt. In dieser Beziehung kann man ihm nur Recht geben.
Die Zahlen sprechen für sich: Der Stadtrat besteht aus 24
Mitgliedern, davon waren 3 bei der Veranstaltung am 8.12. anwesend.
Der Haupt- und Finanzausschuss, der an diesem Abend tagte, hat 7 Mitglieder.
WO WAREN DIE RESTLICHEN 14 STADTRATSMITGLIEDER ???
Jeder Mensch kann sich erst ein umfassendes Meinungsbild machen, wenn er alle Argumente pro und contra abgewogen hat.
Herr Martin Wichmann (CDU) spricht von einem billigen Niveau des Herrn Fauth, wenn nicht sogar aller Tunnelgegner. Dies ist ein weiterer Anschauungspunkt, der erkennen lässt wie sehr der Stadtrat an einem Meinungsaustausch mit den Tunnelgegnern interessiert ist.
Hätte der Stadtrat die zahlreichen Bürgerveranstaltungen des BUND mitverfolgt, so hätten sie sehr schnell erkannt, dass die Tunnelgegner auf einem sachlichen Niveau diskutieren. Die Tunnelbefürworter erreichen diesen Level leider nicht. Herr Wichmann wünscht sich, das man bald wieder „in einen sachlichen Dialog eintreten kann“, mit dem Wort Dialog hat der gute Herr leider einen gewaltigen Fehlgriff getätigt, denn bisher hat es keinen wahren Dialog zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben, da die Befürworter nie bereit waren an Veranstaltungen teilzunehmen um so ihren Standpunkt kund zu tun.
Anders war dies in Bergzabern. Hier waren einige Befürworter anwesend, die sich aber im gesamten Verlauf des Abends nicht sachlich geäußert haben, sondern nur mit unverständlichen Zwischenrufen und abwertenden Handbewegungen agierten. – Wo wir dann wieder bei der Niveaufrage wären. —
Heinrich Schörringer (FDP) erklärt „der Stadtrat
informiert sich direkt beim Straßenbauamt ...“
Hier wird deutlich, dass der Stadtrat nicht nur Dialog-unwillig ist, sondern
dass er sich auch nur einseitig informiert, oder glauben sie wirklich, dass der
LSV sie auf Negativfolgen des Tunnelbaus, wie z.B. die Zerstörung besonders
schöner Naturgebiete oder die eventuelle Schließung der Edith Stein Klinik (Da
der Tunnel direkt neben ihr aus dem Berg kommt), aufmerksam macht?
Schöner Irrglaube! Wäre der Stadtrat wirklich bereit, sich fundiert zu
informieren, so hätte er freiwillig den Dialog mit den Tunnelgegnern gesucht,
die mittlerweile ein ganzes Arsenal an Informationen über die Folgen des
Tunnelbaus gesammelt haben.
Die von Seiten des Stadtrates angestrebte Unterschriftenaktion ist ein Versuch, es sich besonders einfach zu machen. Man will - ohne die Bürger vorher zu informieren - eine Entscheidung. Dies sind tolle mittelalterliche Methoden, denn ein dumm gehaltenes Volk wird niemals nach einer Revolution schreien...
Herr Augspurger kreidet an, dass „der BUND gar nicht
sachlich diskutieren wolle“.
Woher will er das wissen? Der Stadtrat hat bisher noch nicht die Diskussion mit
dem BUND gesucht, sondern sich nur einseitig informiert und sich nun auf diesem
Standpunkt festgefahren. Schade drum...
Herr Fauth fordert in seiner Stellungnahme vom 16.12.
„mehr Bereitschaft zur offenen Diskussion“. Fraktionschef Hans Peter Geiger
erklärt im Gegenzug „Unser Standpunkt ist fest, wir haben uns informiert und
begeben uns nicht auf dieses Niveau“ Wo wir einmal mehr bei der Niveaufrage
wären.
Wer agiert von einem höheren Niveau aus? Der, der diskussionsbereit ist, oder
der, der auf seinem festgefahrenen Standpunkt beharrt?
Die Aussage des Herrn Bohrer, selbst eine Veranstaltung zu moderieren, würde wohl nichts bringen, denn „Alle Argumente sind ausgetauscht“ grenzt an Drückebergerei. Soll er sich doch bereit erklären, eine Informationsveranstaltung abzuhalten, und versuchen, die Tunnelgegner von den Vorteilen des Tunnels zu überzeugen. Aber nein, lieber den Kopf in den Sand stecken, und Falschaussagen aufstellen wie die, dass alle Argumente ausgetauscht sind. Im Austausch von Argumenten besteht noch einiges an Nachholbedarf, lieber Herr Bohrer.
Im letzten Abschnitt des Artikels wird das LKW Nachtfahrverbot angesprochen. In den Aussagen des Herrn Bohrer, ist zu erkennen, dass die Stadt Bad Bergzabern den Tunnel als beschlossene Sache ansieht. Bohrer erklärt „das Verbot falle in vier bis fünf Jahren so oder so“. Vier bis fünf Jahre, ist genau die Bauzeit die der Tunnel in Anspruch nehmen wird, und ist der Tunnel erst mal da, war es das mit dem Nachtfahrverbot.
Langsam aber sicher macht sich der Eindruck breit, der Stadtrat agiere durch seine Beharrlichkeit auf seinem Standpunkt wie die drei Affen aus einer berühmten Karikatur
Nichts sehen --- Nichts hören --- Nichts sagen"
Andreas Behrend
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de