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17.05.2005
"Die Welt könnte so schön sein ...
... die Tunnelumgehung kommt, Kurtalstraße und L 508 verwandeln
sich in Fußgängerzonen, ja Spielstraßen, die Kurgäste strömen (per Auto?) in
hellen Scharen herbei, und alles ist in Butter. Meinen offenbar Bergzaberner
Stadträte. Diese fuchste es, dass die Landesregierung im fernen Mainz beim
Zeitungslesen fast nur etwas von der Präsenz der Tunnelgegner vernimmt.
Doch statt sich der öffentlichen Debatte in Form einer
Bürgerversammlung zu stellen, weichen die Politstrategen ins Plakative aus:
Banale Stimmungsmache pro Tunnel per Bannerwerbung. Hintendrauf
dann noch ein Flugblättchen. Und das war's?
Diplomatischer zieht sich die frisch gekürte Landrätin aus der
Affäre: Ortsumgehungen ja, aber keinesfalls noch mehr Lkw-Transitverkehr in der
Region. Trickreich hoch gestuft haben ihre regierenden Parteigenossen die
Tunnelumgehung allerdings zu einer „überregional" bedeutenden
Transitstrecke, um auf Bundesebene dieses völlig unzeitgemäße Monsterprojekt mit
aller Gewalt durchzuboxen.
Eines ist inzwischen unbestritten: Steht der Tunnel, entfällt das
bestehende Lkw-Nachtfahrverbot und dann „Gut Nacht, Marie!" für die
Nachbargemeinden. Doch man stelle sich vor, die Tunnelkosten würden auf die
Haushalte Bergzaberns verteilt, um dort zweckgebunden modernste, schadstoffarme
Heizanlagen zu installieren - welch ein heilklimatisches Fanal wäre das!
Aber die ganze Geschichte ist nur grotesk: Da soll der deutsche
Steuerbürger Tunnelbaukosten in Höhe von rund 40 Millionen € für ein kleines
Kurstädtchen mit nicht einmal 8000 Einwohnern berappen. Zum anderen informiert
der benachbarte Oberotterbacher Ortsbürgermeister Beck dieser Tage, um einige
gefährliche Löcher in der Fahrbahndecke der B 38 zu beseitigen, fehle hinten und
vorne das Geld. Das sind Dimensionen ...""
Dr. Michael Schreiber, Oberotterbach, Bürgerinitiative BIO
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