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11.01.2005

 

FWG BIRKENHÖRDT: Verhalten der Stadtgrünen in Sachen Tunnelumgehung peinlichste Nummer

... in Sachen Tunnelumgehung kündigt  Lind Gegen-Unterschriftenaktion und Spendenkonto für Dörrenbach an

Zum Zwischenstand der geplanten B-427-Umgehung von Bad Bergzabern und zu Äußerungen verschiedener Kommunalpolitiker zu diesem Thema hat sich die Birkenhördter FWG mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet.

Dem Ortsbürgermeister von Kapellen-Drusweiler, Friedrich Job, hält FWG-Vorsitzender Andreas Lind vor, dass auch sein Ort stark vom vorhergesagten Verkehrsanstieg nach dem Bau des Tunnels betroffen sein werde - „Da können Sie Lärmschutzwände bauen wie Sie wollen", gibt Lind zu bedenken. Job hatte sich Anfang Dezember für den Bau der Umgehung ausgesprochen und Zweifel an den Verkehrsprognosen des Landesbetriebs Straßen und Verkehr (LSV) geäußert, mit denen der BUND immer wieder argumentiert.

Mit Blick auf die Bad Bergzaberner Grünen und deren Zustimmung zum Tunnel erinnert Lind auch an den Widerstand gegen die Pläne der frühen 90er Jahre, die Straße von Hinterweidenthal bis Kandel als ein Projekt durchzuführen. Für diesen Widerstand sei der heutige Vertreter der Grünen im Stadtrat, Ulrich Teichmann, damals der Ansprechpartner gewesen. Dass Teichmann sich nun für die Umgehung ausspreche, bezeichnet Lind als „peinlichste Nummer": In dem von Teichmann damals im Stadtrat eingebrachten Antrag auf Tempo 30 im Kurtal sei auch das Nein zur Umgehungsstraße enthalten gewesen, so Lind.

Eine schnelle Verkehrsanbindung an die Rheinschiene, wie sie VG-Beigeordneter Günter Bludovsky (CDU) im November forderte, führe nicht nur dazu, dass Arbeitssuchende besser dorthin gelangen könnten - „sondern auch diejenigen, die Konsumgüter kaufen wollen", schreibt Lind. Damit triebe man die Einkaufswilligen nach Karlsruhe. Lind fordert stattdessen einen stärkeren Einsatz für das Arbeitsplatzangebot in Stadt und Region.

Den Befürwortern der Umgehung wirft Lind vor, sich und andere über die Zeiträume bis zur Fertigstellung des Tunnels zu täuschen. Wenn das Nachtfahrverbot für Lastwagen im Kurtal tatsächlich in drei bis vier Jahren falle, wie von einigen Tunnel-Befürwortern vorhergesagt, stünden dem Kurtal seiner Einschätzung nach zehn Jahre unter erhöhter Verkehrsbelastung bevor. Denn Lind rechnet mit einer jahrelangen „Prozesslawine" gegen den Bau der Umgehung - wie dies bei anderen Straßenbauprojekten auch der Fall gewesen sei. Sollte der Tunnel dann wirklich kommen, müssten noch einmal fünf oder sechs Jahre Bauzeit hinzugerechnet werden.

Eine große Gefahr für die Menschen westlich von Bad Bergzabern sieht Lind, falls der Tunnel tatsächlich komme und wegen eines Unfalls oder wegen Bauarbeiten Staus im Kurtal entstünden: Dann dürfe in den Gemeinden westlich von Bad Bergzabern nichts mehr passieren, wofür Einsatz- und Rettungsfahrzeuge Bad Bergzabern in Richtung Westen verlassen müssten - diese kämen dann nämlich am Stau nicht mehr vorbei.

Als Ziel der Ausbaugegner nennt Lind Tempo 30 auf allen Ortsdurchfahrten zwischen Hinterweidenthal und Kandel und die anschließende Sperrung der B 427 für überregionalen Lkw-Verkehr. „Wenn dies nur mit einer Abstufung von Bundes- zur Landesstraße geht, dann stufen wir halt ab", schließt Lind seine Forderung.

Unterstützer sollen mit Unterschriftenlisten gesammelt werden, die in Geschäften in Bad Bergzabern ausgelegt werden; außerdem werde ein Spendenkonto eingerichtet, um die Gemeinde Dörrenbach zu unterstützen, falls ein Planfeststellungsbeschluss für das Tunnelprojekt falle und die Gemeinde dagegen klagen müsse.

Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt
Datum: Nr.2
Datum: Dienstag, den 04. Januar 2005
Seite: Nr.19


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