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21.06.2005

 

BUND zu Kneipp-Verein: Wie verbessert man Kurstadt-Status wirklich?

Bezeichnung "BUBI": Intellektuelle Anspruchslosigkeit

Herr Haas vom Bad Bergzaberner Kneipp-Verein tut gut daran, auf die Qualitätsstandards für die Prädikatisierung von Kurstädten hinzuweisen. Der Unterschied zur Position des BUND besteht lediglich darin, dass es gerade diese Standards sind, die gegen und nicht für den geplanten Tunnelbau sprechen. Dies möchte man vom BUND aus anlässlich des RHEINPFALZ-Artikels "Sorgen wegen gesunkener Feinstaub-Grenzwerte" vom 20. Juni noch einmal ausdrücklich betonen.

Der BUND Südpfalz bekräftigt noch einmal seine leicht überprüfbare Aussage, dass der Tunnel mit seiner in den Planunterlagen festgestellten Verdoppelung des Verkehrsaufkommens an beiden Tunnelöffnungen eine ganz neue Schadstoffsituation für sensible Kurbereiche der Stadt Bad Bergzabern mit sich bringen wird. Dies wird sowohl die Parkklinik treffen  als auch den südlichen Kurbereich mit sämtlichen Kurkliniken und zahlreichen Ferienwohnungen. Hinzu kommt der morgendliche Kaltluftstrom aus den Pfälzerwald-Tälern, dann befrachtet mit den Schadstoffhinterlassenschaften einer LKW-Transitstrecke, zu der die B 427 ja durch den Tunnel und weitere Ortsumgehungen werden soll.

Und im Übrigen: Wer hat sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wohin die im Tunnel konzentrierten Schadstoffe der verdoppelten Fahrzeugmenge letztlich hin geblasen werden?

Die Entlastungswirkung von Ortsumgehungen hat das Bundesverkehrsministerium höchst selbst in einer städtebaulichen Bewertung zum Bundesverkehrswegeplan sehr skeptisch bis negativ dargestellt. Es heißt da, dass nur 5 Prozent der Umfahrungen eine "herausragende Bedeutung" für die Entlastung der Orte habe. (Vor allem dann, wenn Umfahrungen zur Herstellung von Fernstraßentrassen umfunktioniert werden, wie Armin Osterheld am 8. Dezember erläuterte).


Um die Lebensqualität der Menschen in Orten mit bedrohlichem Verkehrsaufkommen zu erhöhen, sei statt der Scheinlösung Ortsumfahrung nur ein Maßnahmenmix aus Geschwindigkeitsbegrenzung und den Umbau der Ortsdurchfahrten (Kreisverkehr, Querungshilfen, attraktive Bedingungen für Radverkehr und ÖPNV) zielführend. Umso unverständlicher bleibt, wieso dasselbe Ministerium, das offenbar unter großem Lobbbydruck lokaler Politikgrößen steht, gleichzeitig Umfahrungen mit Gesamtkosten für den Steuerzahler in Höhe von 12,2 Milliarden € in den vordringlichen Bedarf aufnimmt.

Der Versuch, mit der schrägen Benamsung "BUBI" das ehrenamtliche und uneigennützige Engagement zahlreicher Mitbürger zu karikieren, wirkt schäbig und scheint von intellektueller Anspruchslosigkeit zu zeugen. Es sollte ein Wettstreit um das bessere Argument ausgetragen werden, anstatt nach Comedy-Effekten zu haschen. Hier scheint ein eher schwach begabter Schüler bei Harald Schmitt oder Stefan Raab in die Lehre gegangen zu sein.

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


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