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17.05.2005
Informationsveranstaltung der BI B427
Wasgau / Südpfalz am 09.05.2005 in Dahn:
Alte Glaubenssätze kontra Sachargumente
Bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative im recht gut besuchten Haus des Gastes gab es im Anschluss an zwei informative Vorträge von Jürgen Hienzsch und Bernhard Jung eine lebhafte Diskussion zum Thema Tunnelumgehung.
Dabei fiel auf, dass es offenbar immer noch so etwas wie einen invertierten Ost-West-Konflikt, zumindest bei dieser Thematik gibt.
Der Osten, d.h. in diesem Fall der Landkreis Südliche Weinstrasse steht diesem Straßenbauprojekt doch recht kritisch wenn nicht gar ablehnend gegenüber.
Der Westen hingegen bringt wieder den längst wissenschaftlich widerlegten, veralteten Glaubenssatz: "mehr und besser ausgebaute Strassen = mehr Ökonomie = mehr Wohlstand und Arbeitsplätze" immer wieder vor.
Glaubenssätze sind halt etwas bequemes. Man muss sich dann nicht mehr geistig bewegen und kann sich einfach zurücklehnen, mag der andere noch so gute Argumente bringen.
Doch überprüfen wir ihn einfach. Ist er vielleicht gar wahr?
Wenn das so wäre, so müssten im Osten Deutschlands, in den
neuen Bundesländern, schon längst blühende Landschaften entstanden sein.
Die grausame Realität straft indes diese These längst Lügen. In
Ostdeutschland wurden im Zuge des Programms "Aufbau Ost" viele Strassen
modernisiert oder gleich neu gebaut worden. Viele Gewerbegebiete mit einer sehr
guten Anbindung an das Straßenverkehrsnetz wurden in die Landschaft gewalzt.
Doch wo ist er denn der Aufschwung, wo sind die Arbeitsplätze, die sich selbst bei bester Infrastruktur und niedrigsten Gewerbesteuern einfach nicht einstellen wollen?
Diese Gleichung stimmt eben nicht. Davon kann sich jeder, der mit diesem Glaubenssatz schwanger geht, mit eigenen Augen und Ohren überzeugen.
"Wer Ohren hat, der höre", steht schon im Neuen Testament
Hier ist in der Tat noch viel Überzeugungsarbeit nötig, die Veranstaltung war daher bitter nötig. Die irrationale Urangst der Westpfälzer, "abgehängt" zu werden versperrt offenbar bei manchem den Blick auf längst erwiesene Tatsachen und nur zu gerne ist man bereit, dem wagen Wunschdenken der Politik zu glauben, das Tafelsilber Landschaft und Natur für einen vermeintlichen Fortschritt zu opfern und man nimmt dafür sogar eine verminderte Lebensqualität durch die Folgen des Transitschwerverkehrs in Kauf.
Denn eines ist auch klar und belegt. Besser ausgebaute und mehr Strassen in der demographisch mit einem starken Minuszeichen versehenen Westpfalz werden nur dazu führen, dass die Landjugend nur noch schneller abwandert und dass der dann ansteigende Transitverkehr auch noch die letzten Touristen aus der LKW-verlärmten Landschaft des Biosphärenreservats Pfälzerwald verscheucht.
Die Ursache für die demographische Entwicklung hat ganz andere Ursachen als fehlende Strassen, doch darüber zu informieren, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.
An dieser Stelle erfolgt ein eindringlicher Appell an alle diejenigen, die diesem Glaubenssatz immer noch frönen:
Beschafft Euch die überall zugänglichen Sachargumente,
offiziellen Fakten und Zahlen, so wie es der BUND Südpfalz und die BI B427
Wasgau / Südpfalz und mancher Bürger eben auch getan haben, setzt Euch damit
auseinander!
Aber bitte, werft diesen alten Glauben endlich über Bord, wenn Euch Eure Heimat
wirklich lieb und teuer ist.
Dieser Ost-West-Konflikt nutzt nur denjenigen, denen unser Schicksal sowohl in der Vorder- als auch in der Westpfalz so was von egal ist, so lange deren Gewinne, die man dann am Besten auf den Bahamas versteuert, reichlich sprudeln.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de