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29. 11. 2001
Präzisierung der BUND-Position zur
Ortsumgehung Ingenheim
Unter vordergründiger Betrachtung ist es wohl richtig, dass das
Stichwort "Vierstreifigkeit" im Zusammenhang mit einer veralteten Planung
fällt.
- Wir setzen dem entgegen, dass die allgemeinen verkehrlichen Rahmenbedingungen
sich nicht geändert haben. Die neue Planungsvariante bewegt sich in exakt demselben
verkehrstechnischen Umfeld wie die alte. Die "Erwägung" von damals ist
keineswegs gegenstandslos geworden: Sobald die neue Straße gebaut sein wird, wird sie
nicht weniger wahrscheinlich an die für die alte Variante vorausgesehene
Kapazitätsgrenze stoßen.
- Diese Grenze wird wohl noch etwas schneller erreicht sein, weil die ortsnahe
Führung einer durchgangsverkehrsfreien B38 noch zusätzlichen Verkehr anziehen
wird. Dieser Verkehr wird genau der Teil an Ziel- und Quellverkehr sein, den
eine ortsferne Umgehung nicht aufnehmen würde.
- Fazit: Die ortsnahe Umgehung mag zwar wie ein gut gemeintes
Entgegenkommen aussehen; die früheren und nur scheinbar überholten Überlegungen zur
drohenden Vierstreifigkeit sind eher noch zwingender geworden. Das Gespenst
einer "Weinstraßenautobahn" ist keineswegs gebannt, auch wenn es nicht mehr
sichtbar herumspukt.
- Unsere Auslegung des Erläuterungstextes zum Raumordnungsverfahren
mag in puncto Vierstreifigkeit einem unbefangenem Leser aus dem Zusammenhang gerissen
erschienen sein. Realitätsnah sind unsere Schlussfolgerungen aus früheren
Überlegungen allemal.
- So wie die Planungsdinge z. Zt. liegen, bleibt das
Verkehrs-Damoklesschwert weiterhin über der Südpfalz aufgehängt. Es muss eingeräumt
werden, dass hier ein schwer auflösbares Dilemma vorliegt. Der geplagten Bevölkerung
Erleichterung zu verschaffen, dürfte nicht leicht fallen.
Aufgabe des BUND ist es, reinen Wein auszuschenken.
Schuld an der Misere haben diejenigen, die den Moloch Verkehr im Laisser-faire-Stil immer
weiter großfüttern.
Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen.
Kontaktadresse: BUND
Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
regionalbuero@bund-pfalz.de
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