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12.12.2005

Ortsumgehung Klingenmünster im Rat: Umweltschützer kämpfen für ein wertvolles Stück Heimat

Am 07. Dezember haben die Umweltverbände BUND, NABU, GNOR und Naturfreunde einen Fleyer flächendeckend in sämtliche Haushalte von Klingenmünster verteilt. Die Aktion erfolgte im Vorfeld der am 09. Dezember im Gemeinderat Klingenmünster erfolgten Abstimmung über den raumordnerischen Entscheid zur Verlängerung der B 48 in Richtung Norden.

In der öffentlichen Darstellung dieser Straßenbaumaßnahme bleibt unbemerkt, dass hier die Absicht besteht, eine ortsdurchgangsfreie  Verbindung zwischen der A 4 im Elsass und der A 65 Landau-Süd durchzusetzen.
Dies steht in Zusammenhang mit dem seit Jahrzehnten verfolgten Ziel, zwischen der Grenze bei Weißenburg und der Autobahn bei Landau eine schnelle Verbindung herzustellen.
Da dies über die B 38 wegen fehlender Einstufung im Bundesverkehrswegeplan zur Zeit nicht erreichbar ist,  weicht man mit unerbittlicher Konsequenz auf die B 48 aus.

Damit aber würden erhebliche Transitverkehrsströme in die sensible und einmalige Landschaft des dortigen Haardtrandes gelenkt werden  -  mit entsprechenden Folgen für die Lebensqualität der dort lebenden und arbeitenden Menschen und deren von Weinbau und Tourismus geprägten Erwerbstätigkeit.
Akzeptanz für dieses Zerstörungswerk versucht man bei der Bevölkerung zu erlangen durch das fragwürdige Versprechen einer innerörtlichen Entlastung, die sicher so nicht eintreten wird.

Was aber mit Sicherheit auf der Strecke bleiben wird, sind Landschaftsschutzgebiete, empfindliche Landschaftsbestandteile, naturschützerische Raritäten und eine idyllische Topographie, die einstens von August Becker, dem großen Sohn Klingenmünsters, in seinen Romanen verherrlicht worden sind.

Die genannten Verbände werden sämtliche juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese drohende Entwicklung zu stoppen.

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


Textauszüge aus unserem Fleyer:

Diese Straße wird keine Entlastung für Klingenmünster, sondern ein Teilstück des europäischen Fernverkehrs!

 

Zitat der Struktur- und Genehmigungsdirektion aus dem Raumordnungsentscheid vom 14.10.05 Seite 6:

„Die B48 ist sowohl im Landesentwicklungsprogramm (LEP) III von 1995 als auch im Regionalen Raumordnungsplan (ROP) Rheinpfalz von 2004 als überregionale Verkehrsverbindung dargestellt.“

Alternative:

 

Wir vom BUND setzen uns für das Wohl der Menschen und den Erhalt der Natur als Lebensgrundlage des Menschen ein. Wir fordern für Klingenmünster eine sinnvolle, engräumige Ortsrandstraße welche den Verkehr, vor allem den LKW-Verkehr aus dem Ort holt. Zusammen mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen Innerhorts würde eine wirkliche Entlastung eintreten. Für den Transitverkehr ist diese Lösung dann unattraktiv.

 

Es wird euch erzählt,

 

-         dass diese Straße den Verkehr im Ort verringert.

-         dass diese Straße die Lärmbelastung  im Ort mindert.

-         dass diese Straße den Tourismus anzieht.

 

Es wird euch erzählt,

 

-         dass die Verkehrssituation besser wird.

-         dass die Lebensqualität steigt.

 

-         dass diese Straße deshalb für euch Klingenmünsterer gebaut wird.

-         dass die Straße bald gebaut wird.

 

 

Nur muss man sich fragen wie viel davon stimmt…

Fakt ist:

 

-         die Entlastung mit dieser Straßenführung wird gering sein, da sie weder den Ziel- und Quellverkehr noch die Ost-West-Verbindung berücksichtigt.

-         Diese Straße soll Teil einer überregionalen Verbindung von der französischen A 4 bei Hagenau zu der deutschen A 65 bei Landau werden und steht im Bundesverkehrswegeplan.

 

Das bedeutet:

 

-         ein Anstieg von LKW- und Transitverkehr in der gesamten Region,

-         eine Verschlimmerung der Lärmbelastung in ganz Klingenmünster durch schnell fahrende Autos und LKW,

-         und eine fortschreitende Zerstörung der natürlichen und idyllischen Landschaften des Hardtrandes.

 

Es ist kaum zu glauben, aber dem Verkehrsminister, den Straßenbauplanern und der Verkehrslobby sind die Probleme der Klingenmünsterer scheinbar egal. Anders ist die jetzige Variante nicht zu erklären, denn es gibt Alternativen für Klingenmünster die effektiver, günstiger und unproblematischer sind.

Noch dazu führt die jetzige Planung durch das wertvolle Landschaftsschutzgebiet des Horbachtales, was auf größten Widerstand der Naturschutzverbände stößt und damals selbst von Klingenmünster abgelehnt wurde.


Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

oder senden Sie uns ein E-Mail:

regionalbuero@bund-pfalz.de

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