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Ortsumgehung Impflingen: „Straßenhobel“ durch Südpfälzer Wein- und Tourismuslandschaft?
Fehlerhaft, veraltet, verschwenderisch
Für die Ortsumgehung Impflingen gibt es bei
weitem sinnvollere Lösungen als das, was z. Zt. geplant wird. Aus diesem Grund
kommt der BUND im Rahmen der „ergänzenden Anhörung“ zum geänderten
Planfeststellungsverfahren B 38 Ortsumgehung Impflingen über das als
Schnellstraße angelegte Verkehrsprojekt zu einem alles in allem
vernichtenden Urteil.
„Wir müssen hier leider eine Verkehrsplanung erkennen, die keineswegs auf den
aktuellen Verkehrsentwicklungen basiert, die nicht zukunftsorientiert
ausgerichtet ist, die nicht sparsam mit Grund, Boden und Steuergeldern umgeht“,
heißt das Fazit am Schluss einer Stellungnahme der Organisation an die Adresse
des Landesbetriebes Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz (LSV).
Mit seiner Ablehnung sieht sich der BUND in Übereinstimmung mit dem Gemeinderat
von Billigheim-Ingenheim, der sich erst vor wenigen Monaten gegen eine solche
Maßnahme auf seiner Gemarkung ausgesprochen hat.
Fernstraßenprojekte werden eigentlich erst nach einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von 4,0 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen. Dieses Projekt schafft es gerade auf bescheidene 2,2. Dennoch soll es unbekümmert weiter durchgezogen werden.
Besonders bestürzend wirkt das Festhalten der Planer an einem zur Begründung
herangezogenen utopischen Verkehrswachstum von 24 Prozent bis zum Jahr
2015. Die vorliegenden Verkehrszahlen aus Prognosen und von Zählstellen sprechen
eine ganz andere Sprache; das Verkehrsaufkommen auf der Achse Landau – Bad
Bergzabern und in deren Einzugsbereich ist seit den frühen 90-er Jahren von
Stagnation und z. T. sogar von Rückläufigkeit geprägt.
Diese Entwicklung wird unübersehbar von den neuesten Zählergebnissen der
offiziellen Zählstellen in der Südpfalz bestätigt.
Die beabsichtigte Gigantomanie einer ortsdurchfahrtsfreien Schnellstraße von
Landau bis Weißenburg mit Anschluss an die französische A 4 über Hagenau ist z.
B. ablesbar an dem geplanten Sonderquerschnitt SQ 11 mit 11 Metern
Fahrbahnbreite oder an der Inkaufnahme von Baukosten in Höhe von 16,7 Mio.
Euro, wo es auch die Variante VI getan hätte, die im Raumordnungsverfahren noch
mit 4,8 Millionen veranschlagt war.
Nicht weniger rücksichtslos ist das Festhalten an den Geländeauffüllungen
im Speiss-Tal in einer Höhe von bis zu 5 Metern und den damit verbundenen
nachhaltigen schädlichen Veränderungen für Kleinklima, Wasserhaushalt und
Landschaftsästhetik. Hier ärgert besonders die fortgesetzte Missachtung des
Landeswassergesetzes, das seit 2002 Auffüllungen in Talauen verbietet.
Im Übrigen ist seit der o. g. Entscheidung in Billigheim-Ingenheim eine
ortsdurchfahrtsfreie Schnellstraßenverbindung zur deutsch-französischen Grenze
nicht mehr machbar.
Warum daher die unbeirrbare und Steuergelder verschlingende Weiterverfolgung des
teuren Ausbaustandards?
Als vernünftige Alternative zu dem Unsinn einer Schnellstraße als
Ostvariante um Impflingen mit vorgesehener Abbiegemöglichkeit auf die K 45, die
dadurch zum zusätzlichen Autobahnzubringer wird, sieht der BUND eine ortsnahe
Umgehungsstrecke; diese sollte - auf natürlichem Geländeniveau geführt -
mit Hilfe von Kreisverkehren untergeordnete Straßen anbinden und damit auch
eine Geschwindigkeit dämpfende Wirkung erhalten.
Folge wäre: Höhere Dammaufschüttungen und sog. „Überflieger“ würden sich
erübrigen, die Lärmsituation bliebe erträglich.
Heute hat Verkehrspolitik andere Aufgaben, als immer noch dem Planungssoll der 80-er Jahre hinterherzulaufen.
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
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Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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