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Leserbrief zu Reaktionen (Leserbriefe, Bericht) auf B 48-Entscheidung im Gemeinderat Klingenmünster:
"Politik ist die Kunst des Möglichen
Um die Wahrheit im Meinungsgetümmel nicht untergehen zu lassen:
Auch die Umweltverbände befürworten eine Umgehungslösung für Klingenmünster; und
zwar eine, die wirklich etwas bringt.
Um dies mitzubekommen, hätten die Leserbriefschreiber Frau und Herr Heiner
(Klingenmünster) den Umweltschützern auf der letzten Gemeinderatssitzung, auf
der diese sowieso kein Rederecht gehabt hätten, nicht "in die Augen blicken"
müssen.
Der Standpunkt der Umweltschützer ist oft genug öffentlich bekundet worden.
Wer anderes sagt, beteiligt sich an dem beliebten Spiel von Politik und
Wirtschaft, den Umweltschutz in die Ecke der ewigen Neinsager zu drängen.
Leider besteht die Arbeit der Umweltschützer in der Hauptsache darin, die
Politik an von ihr selbst erlassene Gesetze und an ihre schönen Sonntagsreden
erinnern zu müssen. So sei hier nur an die nur wenige Jahre alte Äußerung eines
Spitzenbeamten des zuständigen Straßenbauamtes erinnert:
"Eine gerade Weiterführung der B 48 in Richtung Norden scheidet wegen des
Ergebnisses der Umweltverträglichkeitsstudie aus". Der Mann hat sich nur
auf geltendes Recht berufen.
Die tatsächlichen Verhinderer einer Umfahrung von Klingenmünster sind die
Anhänger der jetzt im Gemeinderat befürworteten Extremlösung. Verhinderer sind
diejenigen, die Unmögliches fordern und damit Mögliches unmöglich machen.
Es sind diejenigen, die sich an der rechtlich nicht durchsetzbaren Zerstörung
einer durch August Beckers "Nonnensusel" geadelten Landschaft
festgebissen haben - zum Nachteil einer von Wein und Tourismus lebenden
Region.
Wie sagte ein großer Deutscher: "Politik ist die Kunst des Möglichen".
Umweltschützer sind positiv gestimmte Menschen; sie treten ein für den Erhalt
von Schönheit und Lebensqualität.
Diejenigen, die im März des vergangenen Jahres von Kräften aus dem fernen Mainz
auf Linie gebracht worden sind, haben sich für ein ungeheuerliches
Fernstraßenprojekt instrumentalisieren lassen, das Südpfälzer niemals wollen
können.
Auf dem Spiel stehen Identität und Werbewirksamkeit einer unersetzlichen
Landschaft.
Was eigentlich trägt zum unerträglichen Verkehrsgeschehen in Klingenmünster
unter anderem bei?
Der Klingenmünsterer an sich ist ein vernünftiges Wesen.
Der konkrete Klingenmünsterer jedoch ist nicht anders als die Bewohner vieler
anderer Dörfer:
Die kurze Strecke zum nächsten Zigarettenautomaten pflegt er häufig nicht zu
Fuß, sondern mit Hilfe seiner unzähligen PS zurückzulegen.
Und: Was haben die Lingenfelder einstmals - so erzählt man - für ein
Freudenfest nach Fertigstellung der neuen vierspurigen Umgehungsstraße B 9
gefeiert!
An den Tagen darauf mussten sie sich die Augen reiben angesichts ausgebliebener
Entlastung."
Ulrich Mohr, Hochstadt
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Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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