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27.01.03

 

Frust und Ärger über Beck und Riedmaier

 

B 38-Ortsumgehung über Gemarkung Heuchelheim-Klingen: Nach dem Zuckerbrot nun das Durchpeitschen?

Bei einem jüngst vorgenommenen Gedankenaustausch haben die beiden Bürgerinitiativen "Zur Erhaltung des Kling- und Kaiserbachtals" von Heuchelheim-Klingen und von Ingenheim/Appenhofen zusammen mit Vertretern des BUND ihrem Ärger Luft gemacht über das offensichtliche Desinteresse von Ministerpräsident Beck und Landrätin Riedmaier an einer konstruktiven, vertrauensvollen und wirklich bürgernahen Zusammenarbeit. Es herrschte der Eindruck vor, man wolle höheren Orts den Bürgerwillen konterkarieren mit einer eisern durchgezogenen dialoglosen Politik der vollendeten Tatsachen.

 

Zunächst hatte es in einem Schreiben der Staatskanzlei vom 12. September 2002 sehr vertrauenerweckend geheißen, dem Herren Ministerpräsident gehe es darum, "im Herbst alle Beteiligten an einen Tisch zusammenzubringen, um gemeinsam vor Ort die angesprochenen Probleme zu bereden". Aus dieser Idee eines Runden Tisches ist unmittelbar vor Weihnachten der lapidare und kühl-abweisende Satz geworden: "Aufgrund des laufenden Verfahrens erscheint es wenig sinnvoll, die Sache zum jetzigen Zeitpunkt zu besprechen".

Diese erstaunliche Kehrtwende ist nicht nur rätselhaft, sie gibt auch Anlass zu einer Reihe von Vermutungen  -  vor allem im Zusammenhang mit einer entsprechenden Begleitmusik, die sich aus mehreren Schreiben von Becks Parteifreundin Riedmaier heraushören lässt. Sie vermeidet jegliches Eingehen auf die Probleme und Belastungen, die durch die vom Land favorisierte Trasse entstehen werden; sie zeigte sich auch  nicht bereit, eine Veranstaltung in Heuchelheim-Klingen durch ihr Erscheinen aufzuwerten.

Bürgerinitiativen und BUND kommen zu dem Schluss, in Mainz müsse sich die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass es in der Südpfalz für Regierungsvertreter sehr schwer würde, gegen die von den Straßenprojekten im Zuge der B 38 Betroffenen anzuargumentieren. Daher wähle man jetzt statt des Zuckerbrots das Durchpeitschen. Man möchte das Planfeststellungsverfahren durchziehen, um dann nach vollendeter Tatsache  -  vielleicht  -  einen Gesprächstermin zu gewähren.

Die organisierten Gegner einer von zwei Ratsgremien (Billigheim-Ingenheim und Heuchelheim-Klingen) im raumordnerischen Entscheid einhellig abgelehnten Trassenvariante fragen sich, wie eine Regierung derart den Willen einer Region missachten und ein selbst gemachtes Vermittlungsangebot zurückziehen kann.

Es ist fraglich, ob den Gruppen nach durchgezogenem Planfeststellungsverfahren noch der Sinn danach stehen wird, ein wenig smal talk mit dem Landesvater zu machen.

Es wäre auch einfach zu schön gewesen, wenn die Machtprofis einmal zugelassen hätten, dass im machtfreien Raum des Runden Tisches ein ergebnisoffener Austausch von Gegnern und Befürwortern stattfinden kann.

Patricia Weber, BI Heuchelheim-Klingen, 1. Vorsitzende

Ulrich Mohr,  BUND                                                

Stefan Pfeiffer, BI Billigheim-Ingenheim, 1. Vorsitzender


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Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

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